Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Streit um kulturelles Erbe entbrannt
Jonas SchmidtEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Streit um kulturelles Erbe entbrannt
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eines der bedeutendsten Wahrzeichen Deutschlands und Aufbewahrungsort der Reliquien der Heiligen Drei Könige, könnte bald erstmals eine Eintrittsgebühr erheben. Jährlich besuchen rund sechs Millionen Menschen die historische Kathedrale. Die Verantwortlichen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte 2024 einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.
Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat sich öffentlich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie argumentiert, dass ein Eintrittsgeld die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Bauwerks schwächen könnte. Der Dom gehöre den Kölnerinnen und Kölner – nicht nur als Touristenattraktion, sondern als gemeinsames Erbe.
Schock-Werner warnte zudem, dass Gebühren Besucher abschrecken könnten. Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Mittel für die Erhaltung notwendig seien, doch betonte sie, dass eine Kommerzialisierung des Zugangs den offenen, einladenden Charakter der Kathedrale verändern würde. Ihre Bedenken spiegeln frühere Debatten in Deutschland wider, wo ähnliche Pläne für historische Stätten auf starken Widerstand stießen.
Zwischen 2021 und 2026 sorgten Vorhaben, Eintrittsgelder etwa für den Kölner Dom oder die Aachener Pfalzkapelle zu erheben, für Proteste. Petitionen – darunter eine mit über 50.000 Unterschriften im Jahr 2023 – kritisierten den Schritt als Weg in eine übermäßige Kommerzialisierung. Dennoch argumentierten einige Befürworter, dass Gebühren helfen könnten, die steigenden Instandhaltungskosten zu decken. An anderen Orten wurden daraufhin teilweise Lösungen umgesetzt.
Die endgültige Entscheidung über die Eintrittsgebühren soll noch in diesem Jahr fallen. Falls genehmigt, würde dies einen tiefgreifenden Wandel für eine der meistbesuchten katholischen Kirchen der Welt bedeuten. Das Ergebnis könnte auch beeinflussen, wie andere historische Stätten künftig den Spagat zwischen Finanzierungsbedarf und öffentlichem Zugang meistern.