25 April 2026, 20:17

Kreuzberger Protestbündnis formiert sich gegen rechtsextremes Portal Nius

Große Menge mit Protestschildern und Fahnen vor einem Gebäude mit Bäumen und Fenstern im Hintergrund versammelt gegen ein Regierungsinternetverbot in Frankreich.

Kreuzberger Protestbündnis formiert sich gegen rechtsextremes Portal Nius

Rund 250 antifa-Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich am Samstag in der Nähe des Dragonerareal-Geländes in Kreuzberg. Sie wollten eine Veranstaltung unterstützen, die sich mit dem rechtsextremen Medienportal Nius auseinandersetzt, dem vorgeworfen wird, Propaganda und Hass zu verbreiten. Gleichzeitig markierte das Treffen den Start eines lokalen Protestbündnisses gegen die Aktivitäten des Portals im Stadtteil.

Die Veranstaltung fand trotz massiver Gegenwehr von Nius selbst statt. Das in der Ritterstraße in Kreuzberg ansässige Portal hatte im Vorfeld die Versammlung beworben, die Organisator:innen jedoch als "linksextrem" diffamiert und fälschlich behauptet, sie würden mit Steuergeldern finanziert. Redner:innen bei der Kundgebung bezeichneten Nius als "digitale Pranger", das rassistische Klischees verbreite, Geflüchtete verunglimpfe sowie Klimaaktivist:innen, NGOs und demokratische Gruppen gezielt angreife.

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Die Teilnehmenden diskutierten Strategien, um dem Einfluss des Portals entgegenzuwirken – darunter öffentliche Gegenwehr, Solidaritätskampagnen und die Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien bei gleichzeitiger Unterstützung linker Journalismusprojekte. Guido Arnold vom çapulcu-Kollektiv berichtete, wie Nius sein Foto veröffentlicht und seine Wohnung für eine hetzerische "Enthüllungsstory" ausspioniert habe. Trotz der Schikane kündigte er an, seine Kritik am Portal fortzusetzen.

Nius steht seit Langem in der Kritik, weil es gegen seine Ziele gezielt Hasskampagnen schüre. Betroffene berichten von Vergewaltigungs- und Todesdrohungen sowie üblen Beleidigungen, nachdem sie auf der Plattform genannt wurden. Doch oft führt der Backlash zu breiter Solidarität und steigert sogar das Interesse an ihrer Arbeit. Das Portal selbst bleibt ein Nischenprojekt: Es schafft es nicht unter die Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Seine Existenz hängt maßgeblich von der Finanzierung durch den Multimillionär Frank Gotthardt ab, der enge Verbindungen zur CDU-Führung unterhält.

Die Kreuzberger Veranstaltung verlief ohne Störungen. Die Organisator:innen werteten sie als gelungenen Auftakt für das neue Protestbündnis. Das Treffen unterstrich den wachsenden Widerstand gegen Nius in Berlin. Mit seinen Methoden – von Diffamierungskampagnen bis zu digitaler Belästigung – sieht sich das Portal zunehmend mit Gegenwehr von Aktivist:innen, Journalist:innen und lokalen Initiativen konfrontiert. Mit dem neuen Bündnis sind in den kommenden Monaten weitere Aktionen gegen das Portal zu erwarten.

Quelle