Kultur vs. Kommerz: Warum ein Chefredakteur Opernhäuser für überflüssig hält
Jana SimonKultur vs. Kommerz: Warum ein Chefredakteur Opernhäuser für überflüssig hält
In einer jüngsten Kritik werden Bedenken über den Umgang eines Medienvertreters mit der Kulturförderung laut. Die betreffende Person, heute Chefredakteur der Rheinischen Post, steht in der Kritik, finanzielle Gewinne über den kulturellen Wert zu stellen. Ihre frühere Führung beim Weser-Kurier in Bremen habe dem Blatt angeblich an Einfluss gekostet.
Der Autor erinnert an die Zeit des Kritikers in Bremen, wo dieser sich offenbar mehr für Zahlen, Geld und Selbstdarstellung als für Kultur interessiert habe. Unter seiner Leitung verlor der Weser-Kurier seine starke redaktionelle Stimme und verkom, so der Autor, zu einem „bedeutungslosen Machwerk“.
Nun bei der Rheinischen Post scheinen dieselben Prioritäten die Entscheidungen zu prägen. Der Chefredakteur lehnt den Bau eines neuen Opernhauses in Dortmund ab und verweist dabei auf die hohen Sanierungskosten in Köln. Sein Argument setzt auf trendige Restaurants statt auf kulturelle Einrichtungen und misst Kunst in Euro statt an ihrem emotionalen oder gesellschaftlichen Wert.
Der Autor warnt, dass dieses kurzfristige Denken das Überleben der Oper gefährden und die kulturelle Entwicklung der Stadt ersticken könnte. Wenn andere Städte dieser Logik folgten, drohten Opernhäuser gänzlich zu verschwinden. Die Düsseldorfer Oper etwa beschäftigt 570 Menschen und fördert Musikschulen, Bibliotheken sowie die kulturelle Bildung in der gesamten Stadt.
Die Kritik verdeutlicht den Konflikt zwischen finanzieller Pragmatik und kultureller Bewahrung. Der Autor betont, dass Opern Debatten anregen und Gemeinschaft stiften – ihr Wert lasse sich nicht allein in Zahlen messen. Ohne Unterstützung könnten solche Einrichtungen und ihre weitreichenden Vorteile auf dem Spiel stehen.






