13 June 2026, 16:11

Liddells provokantes "Seppuku" eröffnet die Wiener Festwochen 2024

Wien-Festival: Ritualisierte Todesekstase

Liddells provokantes "Seppuku" eröffnet die Wiener Festwochen 2024

Die Wiener Festwochen 2024 eröffneten mit einer beeindruckenden Neuinszenierung von Angélica Liddell. Ihr Werk „Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben“ feierte am Donnerstag, dem 11. April, im Volkstheater Premiere. Das Stück setzt sich mit den zentralen Themen Leben, Tod und Makabres auseinander – Schwerpunkte des diesjährigen Festivals.

Liddells Performance bezieht sich stark auf das Leben und den Tod des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima. Dieser inszenierte 1966 in einem Kurzfilm seinen eigenen rituellen Suizid und nahm sich 1970 schließlich durch Seppuku das Leben. Die Aufführung enthält eine dramatische Nachstellung dieser Tat.

Die Inszenierung ist intensiv und explizit: Liddell und eine Mitspielerin lassen sich auf der Bühne Blut abnehmen, das sie in die Handlung einbeziehen. In weiteren Szenen wird Selbstbefriedigung mit rohem Fleisch dargestellt – Elemente, die die körperliche und emotionale Wucht des Stücks verstärken. Die zweistündige Produktion erkundet das Leben und den Tod fremder Menschen anhand ihrer Kleidung.

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Liddells persönliche Erfahrungen prägen die Arbeit. Am 7. Januar 2024 wurde sie in Madrid Zeugin, wie sich eine Frau das Leben nahm. Dieses Erlebnis fließt in die Performance ein, die mit einer ekstatischen Verteidigung des Suizids endet.

Die Premiere fand im Rahmen der Festwochen im Volkstheater statt, die sich in diesem Jahr düsteren Themen widmen. Die Produktion konfrontiert das Publikum mit expliziten Inhalten und emotionaler Tiefe. Die zweistündige Aufführung hinterlässt bei den Zuschauern einen bleibenden Eindruck.

Quelle