Lou Jeanmonnots großer Traum: Vom Staffel-Star zur olympischen Einzelkönigin 2026
Anton HuberLou Jeanmonnots großer Traum: Vom Staffel-Star zur olympischen Einzelkönigin 2026
Lou Jeanmonnot hat sich zu einer der dominierenden Biathletinnen Frankreichs entwickelt – doch ein großer Einzeltitel fehlt ihr noch immer. Ihre jüngsten Auftritte, darunter ein fehlerfreier Sprint in Ruhpolding und ein atemberaubendes Comeback im Mixed-Staffelrennen, wecken hohe Erwartungen an die Olympischen Spiele 2026. Mit bereits fünf Staffel-Goldmedaillen im Gepäck will sie nun auf der größten Bühne auch im Einzeln ihre Stärke unter Beweis stellen.
Ihr Aufstieg in dieser Saison ist beeindruckend. Im Biathlon-Weltcup 2024/25 gewann sie vier der letzten fünf Einzelrennen vor den Weltmeisterschaften. Bei der WM 2025 sicherte sie sich Bronze im Einzelwettbewerb und belegte wie schon im Vorjahr den zweiten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung.
Besonders herausragend war ihr Einsatz in der Mixed-Staffel von Antholz. Mit 20 Sekunden Rückstand gestartet, attackierte sie die letzte Steigung mit unerbittlichem Tempo, überholte Konkurrentinnen wie Karoline Offigstad Knotten und Vanessa Voigt und baute bis zum Stehendanschlag einen Vorsprung von 20 Sekunden auf – und das mit nur einer Nachladung. Anschließend übergab sie an Julia Simon, und Frankreich holte Gold.
Ihr Trainer Cyril Burdet führt ihren Erfolg auf eine ungewöhnliche Eigenschaft zurück: natürliche Nervosität. Diese halte sie in entscheidenden Momenten besonders konzentriert und scharf. Nach dem Staffelsieg äußerte Burdet die Überzeugung, dass dieser Triumph künftig den Druck mindern und ihr Selbstvertrauen stärken werde.
Trotz ihrer Staffel-Dominanz hat Jeanmonnot noch nie einen Einzeltitel bei WM oder Olympischen Spielen gewonnen. In Ruhpolding traf sie im Sprint zwar alle zehn Scheiben, musste sich aber Hanna Öberg geschlagen geben. Jetzt geht es ihr nicht mehr nur um Medaillen, sondern darum, sich selbst zu beweisen, dass sie im entscheidenden Moment auch allein siegen kann.
Mit einer Mischung aus Erfahrung und Ehrgeiz geht Jeanmonnot in die Olympischen Spiele 2026. Ihre Staffel-Goldmedaillen und die aktuelle Weltcup-Form belegen ihre Konstanz, während ihre Steigungsstärke und Treffsicherheit sie in jedem Rennen zur Favoritin machen. Die Frage bleibt: Kann sie diese Stärke in einen olympischen Einzelsieg umsetzen?
