14 March 2026, 12:16

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach elf Jahren Haft in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach elf Jahren Haft in Belarus

Die belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa hat endlich den Internationalen Karlspreis erhalten, mit dem sie bereits 2022 ausgezeichnet wurde. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im Aachener Krönungssaal statt – Jahre nach ihrer Inhaftierung. Ihre Entlassung aus einer Strafkolonie im Dezember 2025 beendete eine elfjährige Haftstrafe, die sie wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten gegen das Regime von Alexander Lukaschenko verbüßt hatte.

Kolesnikowa war 2020 während der landesweiten Demonstrationen gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie wegen ihrer Beteiligung an den Protesten. Trotz internationaler Verurteilung blieb sie bis zu ihrer Freilassung Ende 2025 in Haft.

Mit dem Karlspreis wurde ihr "außergewöhnlicher Mut" im Kampf für demokratische Rechte und freie Wahlen gewürdigt. Obwohl die Auszeichnung bereits 2022 beschlossen worden war, konnte sie diese erst nach ihrer Entlassung persönlich entgegennehmen. Die Veranstaltung im historischen Krönungssaal lenkte die Aufmerksamkeit auf ihren langen Kampf und die anhaltende Repression in Belarus.

Seit ihrer Freilassung gibt es in Belarus keine Anzeichen für politische Veränderungen. Lukaschenkos Regierung führt weiterhin eine autoritäre Unterdrückungspolitik, stempelt Sozialmedia-Kanäle von Menschenrechtsgruppen als "extremistisch" ab und deportiert ehemalige Häftlinge gewaltsam. UN-Experten kritisieren wiederholt die Menschenrechtsverletzungen des Regimes und fordern die Freilassung aller politischen Gefangenen. Gleichzeitig festigt Belarus die Beziehungen zu den Taliban in Afghanistan, zu China und zum Iran, während westliche Staaten – darunter Litauen – diplomatischen Druck ausüben.

Die Ehrung Kolesnikowas erfolgt zu einer Zeit, in der Belarus vom Westen isoliert bleibt und fest in der Hand Lukaschenkos ist. Die Politik des Regimes zeigt keine Anzeichen für einen Kurswechsel – die Repression hält trotz internationaler Kritik an. Die Preisverleihung erinnert an den anhaltenden Kampf für Demokratie im Land.

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