06 January 2026, 23:10

Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – eine seltene Ehre

Drei Personen in schwarzen T-Shirts stehen auf einer Bühne vor einem Tisch mit Gegenständen, Mäusen an einem Ständer und einem Pfahl, mit einem Zelt im dunklen Hintergrund und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Fastnacht-Schmaus lädt Söder auf die Narrenschanze ein - Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – eine seltene Ehre

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, muss sich am 12. Februar 2023 vor dem Stockacher Narrengericht verantworten. Das historische Ereignis ist erst das zweite Mal, dass ein amtierender bayerischer Regierungschef vor dem Schelmentribunal erscheint – zuletzt war dies 1979 Franz Josef Strauß.

Das Stockacher Narrengericht blickt auf eine fast 675-jährige Tradition im Bodenseekreis zurück. Es findet während der schwäbisch-alemannischen Fasnet statt, und zwar am Schmotzigen Dunschtig (Fetter Donnerstag), der Woche vor dem Rosenmontag. Die Verhandlung wird vor Publikum stattfinden.

Söders Auswahl als Angeklagter ist kein Zufall. Die Veranstalter wählten ihn, weil er nicht bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2023 antritt. Die Narren bezeichnen ihn als politischen Wandelkünstler und Meister der Selbstinszenierung. Weitere Persönlichkeiten – etwa der angebliche "Schutzengel" der SPD – wurden für die Veranstaltung 2023 nicht benannt.

Die Verhandlung folgt einem jahrhundertealten Fasnetsbrauch. Söders Auftritt setzt die seltene Tradition fort, dass prominente Politiker vor dem Narrengericht stehen. Die Veranstaltung bleibt eine Mischung aus Satire, Spektakel und regionaler Identität.

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