Mehrheit der Deutschen will Beleidigung von Politikern weiterhin bestrafen
Anton HuberMehrheit der Deutschen will Beleidigung von Politikern weiterhin bestrafen
Eine neue Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen das Gesetz beibehalten möchte, das die Beleidigung von Politikern unter Strafe stellt. Die von Forsa Anfang Juni 2026 durchgeführte Erhebung offenbart breite Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg – mit Ausnahme der Wähler der rechtsextremen Szene. Gleichzeitig setzt sich die Christlich Demokratische Union (CDU) für eine vollständige Abschaffung der Regelung ein.
Die Befragung unter 1.007 Deutschen am 4. und 5. Juni ergab, dass 58 Prozent für die Beibehaltung des Gesetzes sind, während 38 Prozent dessen Abschaffung befürworten. Die Unterstützung war in Westdeutschland (59 Prozent) etwas stärker ausgeprägt als in Ostdeutschland (52 Prozent).
Wähler der Linken (65 Prozent) und der Grünen (72 Prozent) sprechen sich überwiegende für die Beibehaltung des Straftatbestands aus. Selbst unter den Anhängern der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der CDU/CSU – die derzeit in einer großen Koalition regieren – wollen 84 Prozent in beiden Lagern, dass das Gesetz bestehen bleibt.
Die SPD kritisiert den Vorstoß der CDU als schlecht gewähltes Timing. Im Gegensatz dazu ist die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) die einzige größere politische Kraft, in der eine Mehrheit (60 Prozent) für die Abschaffung des Gesetzes plädiert.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine klare Kluft zwischen der öffentlichen Meinung und dem Reformkurs der CDU. Da die meisten Deutschen – unabhängig von Region oder Parteizugehörigkeit – das bestehende Gesetz unterstützen, wird die Debatte über dessen Zukunft voraussichtlich anhalten. Gleichzeitig offenbart die Umfrage eine seltene Übereinstimmung zwischen SPD- und CDU/CSU-Wählern, trotz der Spannungen zwischen den Parteispitzen.






