Merz warnt: Deutschland ist "nicht verteidigungsfähig" – und kündigt radikale Reformen an
Felix MaierMerz warnt: Deutschland ist "nicht verteidigungsfähig" – und kündigt radikale Reformen an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat gewarnt, dass Deutschland derzeit nicht in der Lage sei, sich selbst zu verteidigen. In einer aktuellen Stellungnahme bezeichnete er die Stärkung der militärischen und wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit des Landes als oberste Priorität der Regierung. Merz betonte, dass viele der Herausforderungen Deutschlands hausgemacht seien – und durch eigene Anstrengungen gelöst werden könnten.
In den vergangenen fünf Jahren hat Deutschland seine Militärausgaben deutlich erhöht. Das Verteidigungsetat stieg von rund 36 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf voraussichtlich über 108 Milliarden Euro für 2026. Davon sind 48 Milliarden Euro für neue Ausrüstung vorgesehen, darunter Drohnen und Luftabwehrsysteme. Diese Aufstockung stellt den größten militärischen Ausbau seit dem Kalten Krieg dar.
Gleichzeitig reformiert das Land seine Streitkräfte. Ein neues Modell für einen freiwilligen Wehrdienst soll die Truppenzahl bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 Soldaten erhöhen; eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht wird noch diskutiert. Modernisierungsmaßnahmen konzentrieren sich auf Drohnen, digitale Systeme und die Verbesserung der Infrastruktur. Deutschland holt damit im europäischen Vergleich auf, übernimmt Elemente des schwedischen Dienstmodells und lotet Nuklear-Teilhabeverträge mit Großbritannien und Frankreich aus.
Mit der bewussten Formulierung "verteidigungsfähig werden" unterstrich Merz die aktuellen Defizite. Echte Stärke, so sein Argument, entstehe durch eine robuste Wirtschaft und sichere Arbeitsplätze. Nur dann könne Deutschland seine Interessen in Europa und weltweit wirksam verteidigen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase wachsenden Drucks innerhalb der NATO, befeuert durch die Konflikte in der Ukraine und in Gaza.
Der Kurs der Regierung auf militärische und wirtschaftliche Stärke markiert einen Strategiewechsel in der deutschen Sicherheitspolitik. Mit Rekordausgaben und dem Ausbau der Truppen ist das Ziel klar: Autonomie in einer unsicheren globalen Lage zu erreichen. Merz' Worte machen deutlich, wie dringend es ist, innere und äußere Herausforderungen ohne Verzögerung anzugehen.






