Nadiya Hussain wirft der BBC Diskriminierung wegen ihres Glaubens vor
Anton HuberNadiya Hussain wirft der BBC Diskriminierung wegen ihres Glaubens vor
Nadiya Hussain, die Gewinnerin der Great British Bake Off von 2015, hat die BBC nach ihrem Abgang im vergangenen Jahr erneut kritisiert. Sie behauptet, ihre Religion habe eine Rolle bei der Entscheidung gespielt, sie nicht weiter zu beschäftigen. Die Köchin enthüllte zudem, dass sie sich durch ihre öffentliche Kritik an ihrer Behandlung als "schwierig" abgestempelt fühlte.
Hussain wurde erstmals durch ihren Sieg bei Bake Off 2015 bekannt. Später moderierte sie mehrere BBC-Formate, darunter Kochsendungen. Doch ihre Zusammenarbeit mit dem Sender endete 2022 – und nun deutet sie an, dass ihr muslimischer Glaube ein Faktor für die BBC-Entscheidung gewesen sein könnte.
Vor der Absetzung ihrer Show habe sie "schwierige Gespräche" mit den Verantwortlichen geführt, erklärte sie. Ihr Anliegen war es, den Fokus auf das Essen und nicht auf ihr Äußeres zu legen. Dennoch ist sie überzeugt, dass Frauen mit Migrationshintergrund wie sie, die Kritik äußern, schnell als "lästig" wahrgenommen werden.
Die ehemalige Bake Off-Star gab zudem zu, die Sendung nicht mehr anschauen zu können. Allein die Titelmelodie löse bei ihr Angst aus und wecke Erinnerungen an den Stress, den sie als Teilnehmerin empfunden habe. Zwar bezeichnet sie ihre Zeit bei dem Format als eine "wunderschöne Initiationsphase", doch für sie sei die "Magie" verschwunden. Heute wirke die Show auf sie wie ein verzweifelter Versuch, mit immer schrilleren TV-Formaten mitzuhalten.
Hussain hatte bereits früher über Rassismus in der Fernsehbranche gesprochen. Ihre jüngste Kritik reiht sich in frühere Vorwürfe ein, wonach die BBC Frauen und Migranten nicht angemessen repräsentiere. Sie deutete sogar an, dass sie möglicherweise noch für den Sender arbeiten würde, hätte sie geschwiegen.
Die BBC hat sich bisher nicht öffentlich zu Hussains neuesten Äußerungen geäußert. Seit ihrem Abgang wurden auch keine Veränderungen in der Darstellung von Frauen oder Migranten in den Programmen des Senders bekannt. Ihre Aussagen unterstreichen die anhaltenden Spannungen zwischen Kreativen und Sendern in Fragen von Vielfalt und künstlerischer Freiheit.
