Nahost-Krise bedroht Europas Medikamentenversorgung – BPI schlägt Alarm
Anton HuberNahost-Krise bedroht Europas Medikamentenversorgung – BPI schlägt Alarm
Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BPI) warnt: Eskalation im Nahen Osten gefährdet Europas Medikamentenversorgung
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat davor gewarnt, dass die steigenden militärischen Spannungen im Nahen Osten die Arzneimittelversorgung in Europa bedrohen. Eine jüngste Blockade in der Straße von Hormus hat bereits zentrale Schifffahrtsrouten unterbrochen und zu Verzögerungen sowie stark steigenden Kosten für lebenswichtige Medikamente und Rohstoffe geführt.
Als Reaktion hat der BPI einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um Lieferketten zu stärken und die Abhängigkeit von asiatischen Importen zu verringern. Die Verantwortlichen betonen, dass die Sicherung der pharmazeutischen Produktion zu einer Priorität in der Krisenplanung von EU und NATO werden müsse.
Die Straße von Hormus, ein entscheidender Engpass für den globalen Handel, war am 27. und 28. Februar 2026 nach iranischen Vergeltungsangriffen auf US-israelische Luftschläge blockiert worden. Über 150 Tanker und Frachtschiffe saßen fest, andere mussten ihre Routen umleiten oder Fahrten einstellen – bedingt durch Drohungen der iranischen Revolutionsgarden, Warnungen der US-Marine und GPS-Störungen. Seither stufen Reedereien die Asia-Europa-Route als Hochrisikogebiet ein, was die Frachtkosten in die Höhe treibt und die Transportzeiten verlängert.
Europas Pharmaindustrie ist in hohem Maße von Importen aus Asien abhängig, insbesondere aus China. Angesichts der gestörten Seewege unterstreicht der BPI die dringende Notwendigkeit, die Produktion in Europa auszubauen. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Abstimmung von Industrie- und Gesundheitspolitik, die Förderung von Innovation sowie die Schaffung wettbewerbsfähiger Bedingungen für heimische Hersteller.
Die Strategie des BPI sieht zudem eine stärkere Einbindung medizinischer und logistischer Kapazitäten in die Krisenvorsorge von EU und NATO vor. Zentrale Elemente sind die Verbesserung der Notfallbereitschaft, die Digitalisierung von Lieferketten und die Förderung von Nachhaltigkeit. Das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GeSiG) gilt dabei als wichtig
