Neuprozess im Mordfall Sabine: 32 Jahre nach dem Verbrechen in Unterfranken
Jana SimonNeuer Prozess für totes Mädchen in der Güllegrube Mitte Mai - Neuprozess im Mordfall Sabine: 32 Jahre nach dem Verbrechen in Unterfranken
Im Mai 2026 soll der Prozess im Fall des ungelösten Mordes an der 13-jährigen Sabine aus Unterfranken im Jahr 1993 neu aufgerollt werden. Der seit über drei Jahrzehnten ungesühnte Fall wird nach der Berufung des einzigen Angeklagten gegen sein ursprüngliches Urteil erneut verhandelt. Die Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war.
Das Opfer, ein junges Mädchen, war Ende 1993 auf einem abgelegenen Reiterhof getötet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, das Mädchen sexuell missbraucht und ihre Leiche anschließend in einer Jauchegrube entsorgt zu haben. DNA-Beweise belasten ihn schwer: Seine genetischen Spuren wurden auf der Unterwäsche des Opfers sowie in einem Blutspurenfund nachgewiesen.
Der Beschuldigte war zunächst von einem Jugendgericht zu sechs Jahren und sechs Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Mittlerweile sind jedoch alle Vorwürfe bis auf den Mord verjährt. Sollte er im erneuten Verfahren schuldig gesprochen werden, droht ihm eine Höchststrafe von zehn Jahren – da er zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war.
Während des ersten Prozesses schwieg der Angeklagte durchgehend und äußerte sich nie zu den Vorwürfen. Der für den 18. Mai 2026 anberaumte Neuprozess wird ebenfalls nicht öffentlich stattfinden, da bei Straftaten von Minderjährigen besondere rechtliche Schutzbestimmungen greifen.
Die Wiederaufnahme des Verfahrens stellt eine seltene Gelegenheit dar, einen seit über 32 Jahren unaufgeklärten Fall noch einmal zu prüfen. Da nur noch der Mordvorwurf rechtlich relevant ist, wird das Urteil entscheiden, ob der Angeklagte weitere Haftjahre verbüßen muss. Das Verfahren könnte zudem nach jahrzehntelanger Ungewissheit endlich einen Schlussstrich unter einen der längsten ungelösten Kriminalfälle Bayerns seit 1993 ziehen.
