25 June 2026, 14:14

NGOs fordern 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe und warnen vor Kürzungen

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

NGOs fordern 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe und warnen vor Kürzungen

Zwei führende deutsche Nichtregierungsorganisationen fordern eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Welthungerhilfe und Terre des Hommes schlagen vor, das Budget für das kommende Jahr von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Sie argumentieren, dass die aktuellen Kürzungen und geplanten Einschnitte die globalen Krisen weiter verschärfen.

Seit 2022 hat die Bundesregierung den Etat für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Für den Haushalt 2027 sind weitere Streichungen zu erwarten. Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert von Terre des Hommes warnen, dass die wachsenden Herausforderungen durch Kriege, Klimawandel und andere Krisen entschlossenes Handeln erfordern.

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Die Organisationen betonten, dass die Mittel sowohl akute Notsituationen als auch langfristige Prävention abdecken müssten. Mogge unterstrich, dass nicht nur die Höhe, sondern auch die Qualität der Hilfe im Mittelpunkt der Reformen stehen sollte. Gleichzeitig kritisierten sie die zunehmende Politisierung der Entwicklungshilfe, die deren Neutralität und Unabhängigkeit gefährde.

Die NGOs begrüßten zwar die geplante Neuausrichtung der Entwicklungspolitik, monierten jedoch das Fehlen einer klaren Strategie. Sie forderten, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärker an den Bedürfnissen lokaler Akteure ausgerichtet werden müsse. Beide Vertreter bestanden darauf, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zivilgesellschaft in die Gestaltung der Reformen einbeziehen müsse.

Hofert ergänzte, dass der Prozess nicht allein aus Berlin gesteuert werden dürfe. Partnerländer, lokale zivilgesellschaftliche Gruppen und junge Menschen müssten bei den Veränderungen Gehör finden.

Der Appell für höhere Mittel geht mit Forderungen nach umfassenderen Reformen einher. Die NGOs setzen sich für einen inklusiveren Ansatz in der Entwicklungspolitik ein. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, dass die Hilfe wirksam bleibt, bedarfsgerecht eingesetzt wird und sich an lokalen Prioritäten orientiert.

Quelle