Ostallgäu startet Kampagne für mehr Rücksicht auf Feldwegen und Wanderpfaden
Jana SimonOstallgäu startet Kampagne für mehr Rücksicht auf Feldwegen und Wanderpfaden
"Rücksicht schafft Raum": Neue Kampagne im Ostallgäu entspannt Konflikte zwischen Landwirten und Freizeitsportlern
Im Landkreis Ostallgäu ist diese Woche die Initiative "Rücksicht schafft Raum" gestartet, um die Spannungen zwischen Landwirten und Erholungssuchenden zu entschärfen. Hinter der Aktion stehen die lokale Tourismusbehörde und der Bayerische Bauernverband. Im Fokus stehen stark frequentierte Feld- und Waldwege, die von Landwirten und Freizeitnutzern gleichermaßen genutzt werden. Das Ziel sei klar, so die Verantwortlichen: bessere Zusammenarbeit und weniger Unfälle auf den oft schmalen Pfaden.
Die ersten Hinweisschilder und Bodenmarkierungen wurden in dieser Woche in Goldhasen bei Rückholz am Schwaltenweihersee angebracht. Sie erinnern Spaziergänger, Radfahrer und Wanderer daran, bei herannahenden Landmaschinen oder Viehherden beiseitezutreten. Weitere Standorte sollen folgen – ausgewählt nach Rückmeldungen von Anwohnern und Landwirten.
Maria Rita Zinnecker, Landrätin und Leiterin der Tourismusbehörde, betonte die Dringlichkeit der Kampagne. Überfüllte Wege führten immer wieder zu Missverständnissen oder sogar zu Zusammenstößen, erklärte sie. Landwirt Xaver Paulsteiner pflichtete ihr bei: Schwere Geräte und schnell fahrende Fahrzeuge bräuchten ausreichend Platz, um sicher manövrieren zu können.
Das Projekt setzt auf freiwillige Mitwirkung. Statt strenger Vorschriften appelliere es an die Nutzer, innezuhalten, die Situation einzuschätzen und bei Bedarf den Vortritt zu lassen. Die Initiatoren hoffen, dass diese kleine Geste Konflikte vermeidet und ländliche Wege für alle zugänglich hält.
Der Start erfolgt mit einigen ausgewiesenen Standorten, doch die Ausweitung hängt vom Feedback der Bevölkerung ab. Landwirte und Tourismusvertreter werden die Nutzung beobachten und die Beschilderung bei Bedarf anpassen. Die Botschaft bleibt dabei einfach: Ein Moment Geduld hält die Wege offen – und macht sie für alle sicherer.






