23 January 2026, 08:22

Ostdeutsches Ackerland wird zum Zankapfel zwischen Investoren und Bauern

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit gr"uner Umrandung und gedrucktem Text.

Wer besitzt das Feld? Drei L"ander, drei Antworten - Ostdeutsches Ackerland wird zum Zankapfel zwischen Investoren und Bauern

Ackerland in Ostdeutschland wird knapper und teurer – und entfacht Debatten darüber, wer es kontrolliert. Aktuelle Geschäfte wie der Verkauf der Deutsche Agrar Holding an einen australischen Investmentfonds haben Sorgen über die Konzentration von Landbesitz geschürt. Doch die Landesregierungen sind uneins, ob neue Gesetze nötig sind, um solche Transaktionen zu regulieren.

Der Verkauf der Deutsche Agrar Holding (DAH) an den australischen Fonds Igneo Infrastructure Partners hat die Befürchtungen verstärkt, ausländische Investoren könnten zunehmend Einfluss auf deutsche Agrarflächen gewinnen. Kritiker warnen, dass solche Anteilskäufe es Externen ermöglichen, traditionelle Kontrollen zu umgehen und Land in immer weniger Händen zu bündeln. Das Agrarministerium von Sachsen-Anhalt hingegen sieht keine Belege für strukturelle Schäden in der Landwirtschaft und setzt lieber auf einen geplanten Bodenfonds als auf schärfere Vorschriften.

In Sachsen lehnt die Landesregierung ein eigenes Agrarstrukturgesetz ab und verweist stattdessen auf die Veräußerung ehemaliger staatseigener Flächen der BVVG und ZFM als Haupttreiber der steigenden Preise. Das sächsische Agrarministerium teilt diese Einschätzung: Spekulative Käufer stellten kaum ein Risiko dar, und es gebe keine systematische Erfassung von Agrarbeteiligungen. Der Bauernverband Sachsen-Anhalt lehnt weitere Regulierungen ebenfalls ab – nicht-landwirtschaftliche Investoren seien nicht per se schädlich, und die bestehenden Regeln reichten aus.

Auch Thüringen will sein Agrarstrukturgesetz nicht überarbeiten und überlässt mögliche Regulierungen von Anteilskäufen dem Bund. In allen drei Ländern konkurrieren zunehmend nicht-landwirtschaftliche Investoren – darunter Versicherungen, Immobilienfirmen und Finanzgruppen – mit Betrieben um das knappe Ackerland. Einige Politiker schlagen Lösungen wie Meldepflichten oder Besitzobergrenzen vor, doch konkrete Maßnahmen fehlen bisher.

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Vorerst verzichten die ostdeutschen Bundesländer auf strengere Kontrollen bei Agrarflächen-Geschäften. Zwar halten die Sorgen über Landkonzentration und Preissteigerungen an, doch die Behörden betonen, die aktuellen Regelungen seien ausreichend. Angesichts des wachsenden Wettbewerbs um fruchtbaren Boden dürfte die Debatte jedoch weitergehen.