16 February 2026, 06:41

Österreichs Schulen am Limit: Personalmangel und Bürokratie überfordern Lehrkräfte

Ein Klassenzimmer mit Kindern an Tischen mit verschiedenen Gegenständen, einer Lehrerin in der Mitte und einer Tafel im Hintergrund.

Österreichs Schulen am Limit: Personalmangel und Bürokratie überfordern Lehrkräfte

Österreichs Schulen kämpfen weiterhin mit Personalmangel und wachsendem Verwaltungsaufwand – trotz Regierungsversprechen. Haushaltsbeschränkungen bremsen die Einstellung dringend benötigter Kräfte, während neue bürokratische Anforderungen die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte weiter erhöhen. Gewerkschaftsvertreter bezeichnen die Situation für viele Schulen als untragbar.

Das Bildungsministerium hatte zwar die Schaffung von 190 pädagogisch-administrativen Fachstellen zugesagt, doch bisher wurde nur ein Drittel besetzt. Durch Budgetengpässe verzögern sich weitere Einstellungen, sodass Schulen in zentralen Bereichen unterbesetzt bleiben. Zwar wurden zusätzliche Stellen in der Schulpsychologie und Sozialarbeit ausgeschrieben, doch bis heute wurde keine einzige Psychologin und kein einziger Psychologe neu eingestellt.

Zudem wurden Schulen angewiesen, eigene Sprachförderprogramme zu entwickeln – verbunden mit aufwendigen Antragsverfahren beim Ministerium. Ein Gewerkschaftssprecher kritisierte dies als überflüssige Bürokratieebene. Viele Einrichtungen verzichten daher auf den Mehraufwand und behalten stattdessen separate Förderklassen bei.

Frühere Versuche, den Papierkram zu reduzieren, indem 80 Prozent der ministeriellen Richtlinien abgeschafft wurden, brachten keine Entlastung. Keine einzige Schule verzeichnete dadurch weniger Arbeit – im Gegenteil: Einige mussten bestimmte Erlasse wieder einführen, nachdem sich herausstellte, dass sie unverzichtbar waren. Die Gewerkschaft nannte etwa die Aufsichtsverordnung, die die Fürsorgepflicht der Lehrkräfte regelt, als Beispiel für die anhaltende administrative Belastung.

Trotz des Regierungsversprechens von 1.300 neuen Deutschförderlehrkräften bestätigte die Gewerkschaft, dass bisher keine eingestellt wurden. Dieser Mangel erschwert es den Schulen, den Sprachförderbedarf zu decken.

Die Verzögerungen bei Einstellungen und der zusätzliche bürokratische Aufwand bringen die Schulen an ihre Grenzen. Ohne das versprochene Personal oder spürbare Entlastung bei der Verwaltung bleibt die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte hoch. Die bisherigen Maßnahmen des Ministeriums haben die grundlegenden Probleme vor Ort kaum gelöst.

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