12 March 2026, 04:33

Paderborns Erzbistum deckte jahrzehntelang Missbrauchsfälle und schützte Täter statt Opfer

Ein Buch mit Bildern verschiedener Räume, Flure und Artefakte der katholischen Kirche, begleitet von Texten zur Geschichte und Bedeutung.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Paderborns Erzbistum deckte jahrzehntelang Missbrauchsfälle und schützte Täter statt Opfer

Eine unabhängige Studie hat schwere Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Dem Bericht zufolge haben Kardinäle wiederholt Täter geschützt, während sie das Leid der Opfer ignorierten. Die Untersuchung umfasst einen Zeitraum von 81 Jahren – von 1941 bis 2022 – unter zwei hochrangigen Kirchenvertretern.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Handlungen der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt während ihrer Amtszeiten. Ein vorläufiger Bericht aus dem Jahr 2021 hatte bereits gezeigt, wie beide Männer Missbrauchstäter deckten und den Geschädigten keine Unterstützung zukommen ließen. Die Veröffentlichung der vollständigen Studie wurde nun auf 2026 verschoben, nachdem die Forscher weit mehr Quellenmaterial als erwartet entdeckt hatten – zusätzlich verzögert durch die COVID-19-Pandemie.

In einer zweiten Phase soll die Amtszeit von Erzbischof em. Hans-Josef Becker untersucht werden, der das Erzbistum von 2002 bis 2022 leitete. Die Diözese Paderborn, die sich von Minden bis Siegen und von Herne bis Höxter erstreckt, betreut 1,3 Millionen Katholiken in mehreren Landkreisen.

Das Erzbistum betont in einer Reaktion seine Entschlossenheit, Missbrauch vorzubeugen. Zu den Maßnahmen gehören die Schulung von Ansprechpersonen wie Gabriela Joepen und Prof. Dr. Martin, die Einführung von Schutzrichtlinien sowie verpflichtende Sensibilisierungsschulungen für alle Mitarbeiter. Neue Meldewege sehen vor, dass Fälle sowohl der Kirchenführung als auch der Polizei gemeldet werden müssen.

Die Ergebnisse zeigen ein jahrzehntelanges Muster von Vernachlässigung und Täterschutz. Mittlerweile hat das Erzbistum strengere Schutzvorkehrungen und Meldeverfahren eingeführt. Die vollständigen Studienergebnisse werden jedoch erst 2026 veröffentlicht.

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