14 March 2026, 16:13

PCK-Raffinerie in Schwedt kämpft um Überleben nach Russlands Öl-Stopp

Ein blaues Plakat, das einen Graphen der durchschnittlichen Einzelhandelsbenzinkurse in Russland und der Ukraine zeigt, mit dem Text, dass die Preise auf das Niveau vor dem Krieg zurückgekehrt sind.

BSW-Vorsitzende: Russisches Pipeline-Öl für PCK Schwedt erneut - PCK-Raffinerie in Schwedt kämpft um Überleben nach Russlands Öl-Stopp

Die PCK-Raffinerie in Schwedt, Brandenburg, war einst vollständig auf russisches Öl aus der Druschba-Pipeline angewiesen. Doch nun steht ihre Zukunft auf dem Spiel, während Deutschland den Ausstieg aus russischen Energieimporten vorantreibt. Politiker und Wirtschaftsführer diskutieren, ob man einen Rückzieher machen und die russischen Öl- und Gaslieferungen wiederaufnehmen sollte.

Mohamed Ali, eine Schlüsselfigur der Sahra-Wagenknecht-Allianz (BSW), setzt sich für eine Rückkehr zu russischem Pipeline-Öl ein und argumentiert, dies würde die Energieversorgung stabilisieren. Sein Appell kommt zu einer Zeit, in der sich Deutschland an eine neue Energielandschaft anpasst – weg von russischem Gas und Öl, seit der Beginn des Ukraine-Kriegs diese Abkehr erzwungen hat.

Deutschland stellte die Gasimporte aus Russland über Nord Stream 1 im Sommer 2022 ein, nachdem Moskau die Lieferungen gedrosselt hatte. Seither hat das Land neue LNG-Terminals gebaut, die Gasimporte aus Norwegen und Westeuropa erhöht und die Speicherstände hochgehalten. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche haben eine Reaktivierung von Nord Stream trotz steigender globaler Energiepreise – etwa durch die Spannungen mit dem Iran – ausgeschlossen.

Die PCK-Raffinerie, die einst ausschließlich russisches Öl verarbeitete, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Sie versorgt Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teile Westpolens – darunter auch den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) – mit Kraftstoff, Heizöl und Kerosin. 2023 beschloss Deutschland, russisches Pipeline-Öl vollständig auslaufen zu lassen, was die Raffinerie zwang, nach Alternativen zu suchen.

Kürzlich lockerte die USA vorübergehend die Sanktionen gegen russisches Öl und erlaubte Ländern, bereits unterwegs befindliche Lieferungen bis zum 11. April zu beziehen. Scott Bessent, ein hochrangiger Beamter des US-Finanzministeriums, bestätigte die Ausnahmegenehmigung. Amira Mohamed Ali, Bundesvorsitzende der BSW, nannte den Schritt pragmatisch, doch die deutsche Regierung bleibt bei ihrer Energiewende unnachgiebig.

Kritiker werfen der aktuellen schwarz-roten Koalition (CDU/CSU-SPD) vor, den Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen, während man gleichzeitig auf teure LNG-Importe setzt. Die Regierung betont zwar, die Gasversorgung sei gesichert, doch die Preise bleiben angesichts globaler Instabilität volatil.

Die Debatte über russische Energielieferungen hält an, während Deutschland zwischen Sanktionen, Versorgungssicherheit und steigenden Kosten lavieren muss. Die Zukunft der PCK-Raffinerie hängt davon ab, ob alternative Ölquellen die russischen Importe ersetzen können, bevor die US-Ausnahmefrist endet. Bisher zeigt die Regierung keine Anzeichen, ihren Ausstiegsplan zu überdenken – Industrie und Verbraucher müssen sich weiterhin auf höhere Preise und veränderte Lieferketten einstellen.

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