Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Betroffene oft ohne Geld dastehen
Felix MaierPfändungsschutzkonten versagen: Warum Betroffene oft ohne Geld dastehen
Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung deckt Mängel bei Pfändungsschutzkonten auf
Während ihrer jährlichen Aktionswoche hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung auf gravierende Defizite bei den deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) hingewiesen. Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Bankkonten von Pfändungsbeschlüssen betroffen. Die Caritas Kempen-Viersen, die in Viersen, Dülken und Schwalmtal Schuldnerberatungsstellen betreibt, berichtet von häufigen Verzögerungen bei der Umstellung auf den geschützten Status.
Sobald ein Pfändungsbeschluss vorliegt, sperren Banken umgehend alle Gelder auf dem betroffenen Konto. Kunden müssen dann beantragen, es in ein P-Konto umzuwandeln, um Zugang zu pfändungsfreien Beträgen für den Lebensunterhalt zu erhalten. Doch oft werden die gesetzlichen Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt – mit der Folge, dass Betroffene ohne Geld für das Nötigste dastehen.
Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, kritisiert die unklare Rechtslage. Sie fordert einheitliche Regelungen für Banken, besser geschultes Personal und schärfere Sanktionen bei Verstößen. Zudem appelliert sie an die Politik, endlich konsequent zu handeln, damit die Schutzmechanismen wie vorgesehen greifen.
Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz von der Caritas Viersen am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine Telefonberatung an.
Das aktuelle System führt dazu, dass Kontoinhaber oft wochenlang keinen Zugang zu dringend benötigten Mitteln haben, während die Umstellung bearbeitet wird. Beraterinnen und Berater betonen, dass klarere Vorschriften und schnellere Verfahren unnötige Härten verhindern würden. Ziel der Aktionswoche ist es, diese Änderungen auf Bundesebene voranzutreiben.






