14 June 2026, 12:13

Skandal um Bremer Jobcenter: Millionenverschwendung und Führungsversagen

Zu Kreativ mit Finanzen

Skandal um Bremer Jobcenter: Millionenverschwendung und Führungsversagen

Das Bremer Jobcenter steht nach einer Reihe von Skandalen, die zur Entlassung seines Leiters führten, erneut in der Kritik. Die Vorfälle umfassen übermäßige Ausgaben, Verwaltungsversagen und beleidigende öffentliche Äußerungen eines Mitarbeiters.

Ein langjähriger Angestellter war zunächst entlassen worden, nachdem er in einer ZDF-Dokumentation aufgetreten war. Der Mitarbeiter, Fred Göcken, hatte behauptet, viele Leistungsempfänger würden falsche Angaben machen. Zudem erklärte er, das Ausgeben von Geld sei die Hauptaufgabe des Jobcenters.

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Kurz darauf genehmigte das Jobcenter ein Projekt namens „Kreativraum“. Ursprünglich mit 99.000 Euro veranschlagt, stieg die Endsumme auf 906.000 Euro. Die Kontrollgremien wurden vor der Freigabe der Mittel nicht konsultiert. Die zuständige Versammlung urteilte später, dass die Ausgaben keine klare Rechtfertigung hätten.

Leiter Thorsten Spinn wurde vorgeworfen, Kontrollverfahren umgangen zu haben. Sozialsenatorin Claudia Schilling (SPD) erklärte, die Erkenntnisse hätten das Vertrauen in die Führung zerstört. Nur fünf Tage später musste Spinn zurücktreten.

Die Kritik am Jobcenter hatte sich über Jahre hinweg zugespitzt. Probleme wie Budgetüberschreitungen und Verzögerungen bei Leistungszahlungen häuften sich. Der FDP-Abgeordnete Ole Humpich verband die Skandale miteinander und verurteilte die Verschwendung von Geldern für Prestigeprojekte. Joachim Ossmann von der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven fügte hinzu, die zuständige Versammlung hätte frühzeitig und umfassend über das Projekt informiert werden müssen.

Nach Spinns Abgang herrscht im Jobcenter nun eine Führungslücke. Die verantwortlichen Gremien haben bereits signalisiert, dass strengere finanzielle Kontrollen notwendig sind. Die Untersuchungen zu den Fehlverwaltungen und der Entlassung des Mitarbeiters werden voraussichtlich fortgesetzt.

Quelle