Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – trotz Personalmangel in der Bundeswehr
Anton HuberPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – trotz Personalmangel in der Bundeswehr
Bundeswehrminister Boris Pistorius schließt Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht aus
Trotz wachsender Personalengpässe in der Bundeswehr hat Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. Er bestätigte zudem, dass die Rekrutierung der Streitkräfte auch in den kommenden Jahren auf freiwilliger Basis erfolgen werde.
Die Bundeswehr wird zwar ausgebaut, doch eine Rückkehr zur Wehrpflicht für alle kommt laut Pistorius nicht infrage – unter anderem wegen fehlender Ausbilder und unzureichender Infrastruktur. Auch eine bedarfsgesteuerte Auswahlmusterung stehe derzeit nicht zur Debatte.
Die Ampelkoalition hat vereinbart, dass bei einem künftigen Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen ergriffen werden könnten. Um weitere Herausforderungen zu bewältigen, wurde ein Runden Tisch ins Leben gerufen, an dem die Expertise der Automobilindustrie für die Rüstungsbranche genutzt werden soll.
Pistorius kündigte zudem an, das Fregatten-Projekt F126 für die Marine nach Kostenexplosionen von über 18 Milliarden Euro zu beenden. Gleichzeitig bekräftigte er sein Engagement für die deutsch-französische Zusammenarbeit – trotz des Scheiterns des FCAS-Programms (Future Combat Air System). Eine Kandidatur als SPD-Kanzlerkandidat strebt er nicht an und konzentriert sich stattdessen auf sein aktuelles Amt.
Die Haltung des Ministers zur Wehrpflicht bleibt damit unverändert: Es gibt keine Pläne für eine allgemeine Dienstpflicht. Die Bundesregierung setzt weiter auf freiwillige Rekrutierung, behält sich aber Anpassungen vor, sollten die Personalengpässe anhalten. Die Streichung des Fregattenprojekts und die Initiativen zur Industriekooperation unterstreichen die laufenden strategischen Wechsel in der Sicherheitspolitik.
