Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gewerkschaft zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein
Zum ersten Mal hat eine Gewerkschaft mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Gruppe Zentrum, die sich selbst als "alternative Gewerkschaft" bezeichnet, sicherte sich bei der jüngsten Wahl in Braunschweig zwei Mandate. Der Erfolg der Organisation markiert einen Wandel in der traditionell linksgerichteten Arbeitnehmervertretung des Konzerns.
Zentrum wurde 2009 unter dem Namen Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Seither war die Gruppe vor allem in Süd- und Ostdeutschland aktiv. In diesem Jahr trat sie erstmals bei den Betriebsratswahlen von Volkswagen an und stellte in Braunschweig eine eigene Kandidatenliste auf.
Die Organisation erhielt 6,49 Prozent der Stimmen – ausreichend für zwei der 35 zu vergebenden Sitze. Wie aus Kreisen des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen zu hören ist, hätte selbst ein höheres Wahlergebnis unter dem aktuellen System keine zusätzlichen Mandate eingebracht.
In den vergangenen Jahren hatten sich die Betriebsräte an großen Volkswagen-Standorten wie Wolfsburg und Hannover weiter nach links bewegt, dominiert von der Gewerkschaft IG Metall. Auch in Werken wie Emden und Kassel nahm die Unterstützung für linkspolitische Positionen zu. Braunschweig blieb dagegen gemäßigter und weniger von ideologischer Polarisierung geprägt als andere Standorte.
Mit dem Einzug von Zentrum in den Volkswagen-Betriebsrat entsteht im Unternehmen eine neue politische Dynamik. Die Nähe der Gewerkschaft zur rechtspopulistischen AfD unterscheidet sie deutlich von den traditionell linksorientierten Arbeitnehmervertretern. Ihre Präsenz könnte künftige Debatten über die Arbeitsmarktpolitik im Werk Braunschweig beeinflussen.