Reiche will Pendlerpauschale erhöhen – doch Übergewinnsteuer bleibt strittig
Jana SimonReiche will Pendlerpauschale erhöhen – doch Übergewinnsteuer bleibt strittig
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche fordert vorübergehende Erhöhung der Pendlerpauschale
Die Forderung kommt zu einer Zeit, in der die Spritpreise aufgrund der Eskalation im Iran-Konflikt stark steigen. Derzeit erhalten Arbeitnehmer 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten gefahrenen Kilometer.
Reiche begründet die geplante Anhebung damit, dass damit gezielt Autofahrer entlastet würden, die auf ihr Fahrzeug für den Arbeitsweg angewiesen sind. Alternativvorschläge wie Tankgutscheine oder eine Deckelung der Benzinpreise wies sie zurück. Solche Maßnahmen würden vom eigentlichen Ziel ablenken, Pendler wirksam zu unterstützen, betonte die Ministerin. Stattdessen unterstrich sie, dass eine höhere Pauschale gezielt denen helfe, die am dringendsten auf Unterstützung angewiesen seien.
Gleichzeitig lehnte Reiche eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ab – trotz der Forderungen von Finanzminister Lars Klingbeil nach einer solchen Regelung. Sie verwies auf rechtliche Bedenken und erinnerte daran, dass der Bundesfinanzhof ähnliche Eingriffe in der Vergangenheit als verfassungswidrig eingestuft habe. Die Ministerin warnte davor, Politiken zu verfolgen, die vor Gericht scheitern könnten.
2022 hatte die EU mit dem sogenannten Solidaritätsbeitrag eine vorübergehende Abgabe eingeführt: Ein 33-prozentiger Steuersatz auf Gewinne, die die durchschnittlichen Preise um 20 Prozent oder mehr überstiegen. Dadurch wurden über zwei Milliarden Euro eingenommen. Reiche argumentierte jedoch, dass die Wirtschaftslehre Übergewinne oder entsprechende Steuern nicht als valide Konzepte anerkenne.
Klingbeil hatte die Übergewinnsteuer vorgeschlagen, um überhöhte Preissetzungen durch Unternehmen einzudämmen. Reiche bestand jedoch darauf, dass jede Lösung verfassungsrechtliche Risiken vermeiden und gleichzeitig eine faire Unterstützung für Autofahrer sicherstellen müsse.
Im Kern der Debatte steht die Frage, wie die Belastung durch steigende Spritkosten für Pendler am besten gemildert werden kann. Reiches Vorschlag setzt auf die Erhöhung der bestehenden Steuerpauschale statt auf neue Abgaben. Die Entscheidung wird zeigen, ob Autofahrer direkte finanzielle Entlastung erhalten oder ob alternative Maßnahmen verfolgt werden.






