04 February 2026, 03:27

Rekordbeschäftigung in Deutschland – doch Flexibilität entscheidet über die Zukunft

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der pro Woche gearbeiteten Stunden zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bereitstellt.

Rekordbeschäftigung in Deutschland – doch Flexibilität entscheidet über die Zukunft

Deutschland verzeichnet Rekordbeschäftigung – doch die Herausforderungen bleiben

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In Deutschland gibt es so viele Erwerbstätige wie nie zuvor, und auch die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden hat einen neuen Höchststand erreicht. Doch Experten warnen: Um dieses Wachstum aufrechtzuerhalten, sind Anpassungen bei den Arbeitsmodellen, mehr Zuwanderung oder eine geringere Abwanderung nötig.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland stieg leicht von 34,4 Stunden im Jahr 2014 auf 34,7 Stunden im Jahr 2023. Dieser Anstieg steht im Kontrast zu Frankreich, wo die wöchentliche Arbeitszeit im gleichen Zeitraum von 37,0 auf 36,8 Stunden sank. Während in Deutschland Faktoren wie der Anstieg der Teilzeitarbeit und die durch die Pandemie beschleunigte Verbreitung von Homeoffice eine Rolle spielen, dürften in Frankreich Reformen wie die verkürzte Wochenarbeitszeit und bessere Regelungen zu Urlaubsgeld den Rückgang begünstigt haben.

In Frankreich führte eine Regelung, die eine Mindestwochenarbeitszeit von 24 Stunden vorsah, dazu, dass weniger Frauen erwerbstätig waren. Dies zeigt, dass starre Vorgaben für Teilzeitarbeit kontraproduktiv sein können – sie verringern die Arbeitsmarktteilhabe, statt die Arbeitszeit zu erhöhen. Deutschlands flexiblere Ansätze, etwa fast-vollzeitnahe Modelle mit 25 bis 30 Stunden auf vier Tage verteilt, haben dagegen junge Eltern und Doppelverdiener-Paare besser in den Arbeitsmarkt integriert.

Studien deuten darauf hin, dass geteilte Erwerbsmodelle, bei denen beide Partner zum Haushaltseinkommen beitragen, langfristig produktiver sind als das traditionelle Alleinverdiener-Modell. Gleichzeitig könnte eine vollständige Abschaffung von Teilzeitrechten Frauen gänzlich aus dem Arbeitsmarkt drängen. Um das Wirtschaftswachstum zu sichern, könnte Deutschland auf höhere Zuwanderung, geringere Abwanderung oder mehr Arbeitsstunden von Frauen und älteren Beschäftigten angewiesen sein.

Der deutsche Arbeitsmarkt boomt – doch die künftige Prosperität hängt davon ab, Flexibilität und Teilhabe in Einklang zu bringen. Zu starre Regelungen zur Teilzeitarbeit riskieren, die Beschäftigung von Frauen zu verringern, während kluge Anpassungen – wie fast-vollzeitnahe Arbeitszeitmodelle – sowohl Familien als auch die Wirtschaft stärken können. Ob die Rekordbeschäftigung auch in den kommenden Jahren gehalten werden kann, wird davon abhängen, wie gut sich das Land an die neuen Anforderungen anpasst.