Rekordbeteiligung beim Operetten-Wettbewerb – doch der Grand Prix bleibt leer
Jonas SchmidtRekordbeteiligung beim Operetten-Wettbewerb – doch der Grand Prix bleibt leer
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musical-Künstler mit Rekordbeteiligung beendet
Der 10. Internationale Wettbewerb für Nachwuchskünstler aus den Bereichen Operette und Musical ist mit einer Rekordzahl an Bewerbungen zu Ende gegangen. Über hundert Talente aus Russland, Belarus und Usbekistan hatten sich für die diesjährige Ausgabe beworben. Zum ersten Mal wurde kein Grand Prix verliehen – stattdessen gab es mehr Preise als sonst.
Das diesjährige Jubiläum markierte ein Jahrzehnt der Förderung junger Talente in Operette und Musical. Teilnehmer reisten aus Städten wie Minsk und Taschkent an, neben russischen Bewerbern. Besonders stark vertreten waren Studierende von Musikhochschulen, von denen viele eigentlich auf klassische Oper spezialisiert sind.
Mit 56 Einreichungen lagen die Operettenbeiträge knapp vor den Musicals (50 Stück). Jurymitglied Georgi Isaakjan lobte die Qualität der Operettenaufführungen und bezeichnete sie als vielversprechendes Zeichen für die Zukunft des Genres. Maxim Isakowitsch äußerte hingegen Bedenken über den schrumpfenden Pool an versierten Operettendarstellern und betonte die Notwendigkeit, neuen Nachwuchs zu fördern.
Die erste Runde gestaltete sich hart – manche Teilnehmer hatten Schwierigkeiten, ihr volles Potenzial abzurufen. Doch die zweite Runde, begleitet von einem Live-Orchester, bot ihnen eine neue Chance, zu glänzen. In diesem Jahr wurde erstmals ein "Erfolgreiches Debüt"-Preis verliehen, der von früheren Gewinnern ausgewählt wurde.
Mehrere Auszeichnungen ehrten legendäre Persönlichkeiten der Branche, darunter den Volkskünstler Russlands, Kirill Streschnew, sowie das gefeierte Duo Rimma Antonowa und Eduard Scherder. Diskutiert wurden auch kreative Anpassungen in der Operette, etwa Heldinnen mit Gewehren oder in Cowboy-Kostümen, um das Publikum zu fesseln.
Der Wettbewerb endete zwar ohne Grand-Prix-Gewinner, vergab aber mehr Preise als in den Vorjahren. Die hohe Zahl an Operettenbeiträgen und die Beteiligung junger klassischer Sänger deuten auf ein wachsendes Interesse am Genre hin. Veranstalter und Jurymitglieder signalisierten gleichermaßen ihr Engagement, dessen Entwicklung in den kommenden Jahren weiter zu unterstützen.






