12 March 2026, 08:16

Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke-Chef verlässt Amt mitten im Immobilienskandal

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Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke-Chef verlässt Amt mitten im Immobilienskandal

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem anhaltenden Immobilienskandal in Bonn. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Vorwürfe der Einflussnahme auf ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar, die Hermes selbst im Dezember aufgedeckt hatte. Sein Rückzug erfolgt, während die Ermittlungen zu möglichen Fehlverhalten noch laufen.

Der Skandal war ans Licht gekommen, als Hermes öffentlich machte, dass lokale Politiker versucht hatten, das kommunale Unternehmen von dem Kauf des Geländes am Flugplatz Hangelar abzubringen. Nun prüfen die Ermittler, ob die Interessen eines Bonner Busunternehmers – und großen CDU-Spenders – eine Rolle in der Angelegenheit spielten. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat inzwischen ein Verfahren wegen des Verdachts auf Untreue und Vorteilsannahme eingeleitet und Durchsuchungen in Zusammenhang mit Personen wie der CDU-Politikerin Daniela Mörl durchgeführt.

Die Bonner Stadtwerke wollen der Staatsanwaltschaft einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen vorlegen. Trotz der Turbulenzen hatte der Aufsichtsrat des Unternehmens erst kürzlich sein Vertrauen in Hermes und den Vorstand bestätigt und mit Mehrheit für eine weitere Zusammenarbeit gestimmt. Hermes, der das Unternehmen seit 2022 führt, erklärte, er wolle sein Amt bis zum Sommer niederlegen – kein Szenario könne ihn zum Bleiben bewegen.

Das Unternehmen steht nun vor einer entscheidenden Phase: Es muss ehrgeizige Investitionspläne mit der Notwendigkeit von Einsparungen im ÖPNV in Einklang bringen. Stand März 2026 liegen zwar noch keine offiziellen Anklagen vor, doch die Ermittlungen dauern an.

Hermes' Rücktritt markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für die Bonner Stadtwerke, die sich nun gleichzeitig mit den Folgen des Skandals und ihren finanziellen Prioritäten auseinandersetzen müssen. Während die Staatsanwaltschaft ihre Nachforschungen fortsetzt, bereitet das Unternehmen die Übergabe seiner Erkenntnisse vor. Sein Abgang hinterlässt das Versorgungsunternehmen in einer Übergangsphase – in einer Zeit, die eigentlich von Expansion und Haushaltskonsolidierung geprägt sein sollte.

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