Diskussion um die Abschaffung eines Bonus für Lehramtsanwärter - Sachsen streicht überraschend Ländzulage für fast alle Referendare
Sachsens Bildungsministerium streicht plötzlich die Ländzulage für fast alle Referendare
Die Entscheidung hat Empörung ausgelöst – viele fühlen sich von früheren finanziellen Zusagen getäuscht. Bisher erhielten Lehramtsanwärter, die außerhalb von Dresden und Leipzig eingesetzt wurden, zusätzlich zu ihrem Grundgehalt 1.250 Euro monatlich.
Noch bis vor kurzem verdienten Referendare in Sachsen ein monatliches Grundgehalt von 1.795,10 Euro (brutto). Wer in ländlicheren Regionen außerhalb der beiden Großstädte arbeitete, bekam eine Ländzulage von 1.250 Euro obendrauf. Diese zusätzliche Unterstützung wurde nun abrupt gestrichen – mit Ausnahme der Referendare im Landkreis Bautzen.
Das Ministerium betont, die Entscheidung sei bereits Ende Oktober 2025 bekannt gegeben worden. Die Behörde begründet die Änderung damit, mehr Lehrkräfte in besonders bedürftige Regionen wie Bautzen und Görlitz lenken zu wollen. Tatsächlich habe sich die Zahl der Referendare in diesen Gebieten seitdem verdoppelt.
Doch viele Betroffene fühlen sich hintergangen. GEW-Landesvorsitzender Burkhard Naumann warf dem Ministerium Wortbruch vor: Künftige Grundschullehrer erhielten nun 40 Prozent weniger als ursprünglich zugesagt. Die Referendare hätten ihre Lebensplanung bereits auf die versprochene finanzielle Unterstützung ausgerichtet.
Wie viele Lehramtsanwärter außerhalb von Dresden und Leipzig vor der Streichung von der Zulage profitierten, ist nicht genau bekannt.
Für die meisten Referendare fällt die Ländzulage nun weg – nur in Bautzen bleibt sie erhalten. Die Betroffenen müssen mit deutlichen Einkommenseinbußen leben, während das Ministerium darauf beharrt, die Maßnahme helfe, den Lehrermangel in strukturschwachen Regionen zu bekämpfen. Der Streit zeigt, wie brisant das Spannungsfeld zwischen finanziellen Zusagen und plötzlichen politischen Kurswechseln ist.
