26 January 2026, 16:35

Sachsens Handwerk kämpft um Überleben: 19.000 Betriebe ohne Nachfolger in Sicht

Eine Zeichnung von einer Gruppe von Menschen, die in einer Fabrik arbeiten, mit einer Wand, einer Leiter, einem Korb und anderen Gegenständen im Hintergrund; Text unten lautet "Die Schmiedewerkstatt".

Weniger Meisterhandwerker in Sachsen - Sachsens Handwerk kämpft um Überleben: 19.000 Betriebe ohne Nachfolger in Sicht

Sachsens Handwerk steht vor einer wachsenden Krise: Tausende Betriebe finden keine Nachfolger

In Sachsens Handwerksbranche spitzt sich die Lage zu – immer mehr Betriebe kämpfen verzweifelt um eine neue Führung. In den kommenden zehn Jahren benötigen rund 19.000 zulassungspflichtige Handwerksbetriebe – von Fliesenlegern bis zu Installateuren – dringend Nachfolger, doch Bewerber bleiben aus. Die schwache Konjunktur und der schrumpfende Arbeitsmarkt verschärfen die Situation von Jahr zu Jahr.

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Allein innerhalb eines Jahres ist die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe in Sachsen um fast 2 Prozent gesunken. Ende 2025 waren noch etwa 36.800 übrig – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind Branchen wie Fliesenlegen, Baugewerbe, Sanitär- und Heizungstechnik sowie Malerei.

Laut offiziellen Unterlagen gibt es für die meisten dieser Betriebe keine klaren Nachfolger. Ohne neue Führungskräfte könnten in den nächsten zehn Jahren fast 78.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Meisterbetriebe, die oft kleine und mittlere Unternehmen führen, tun sich zunehmend schwer, ihr Lebenswerk in gute Hände zu geben. Gleichzeitig wachsen zulassungsfreie Gewerbe wie Kosmetik oder Fotografie. Viele Menschen in Sachsen verwandeln Hobbys in Berufe – doch für die klassischen Handwerksberufe bleiben immer weniger Interessenten. Die wirtschaftliche Flaute verschärft das Problem zusätzlich und macht es noch schwieriger, frischen Nachwuchs zu gewinnen.

Der Mangel an Nachfolgern gefährdet die Zukunft des sächsischen Handwerks. Findet sich keine Lösung, könnten Tausende Betriebe schließen – und zehntausende Jobs in Gefahr geraten. Die Kluft zwischen schrumpfenden zulassungspflichtigen Handwerken und wachsenden zulassungsfreien Tätigkeiten zeigt einen tiefgreifenden Wandel auf dem Arbeitsmarkt mit langfristigen Folgen.