19 June 2026, 10:11

Schufas neues Scoring-Modell: Mehr Transparenz oder GDPR-Verstoß?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

Schufas neues Scoring-Modell: Mehr Transparenz oder GDPR-Verstoß?

Schufa führt neues Bonitätsbewertungsmodell ein – doch ein Rechtsstreit stellt die GDPR-Konformität infrage

Die Schufa hat ein neues Scoring-Modell eingeführt, das mehr Transparenz verspricht. Das im März 2023 gestartete System nutzt eine standardisierte Skala und klar definierte Kriterien. Doch nun wirft ein juristischer Streit die Frage auf, ob die Offenlegungen den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) genügen.

Im März 2023 führte die Schufa ein aktualisiertes Bewertungsmodell ein, das auf einer Skala von 100 bis 999 basiert. Es stützt sich auf zwölf feste Kriterien, deren Gewichtung offengelegt wird. Das Unternehmen behauptet, damit bereits künftige Transparenzvorgaben zu übertreffen, und betont, dass die aktuellen Angaben rechtkonform seien.

Fünf Kläger haben die Schufa verklagt und argumentieren, die Offenlegungen seien unzureichend. Sie fordern detailliertere Einblicke in die Funktionsweise des Algorithmus bei der Berechnung der Bonitätswerte. Nun muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden, ob die von der Schufa bereitgestellten Datenkopien den GDPR-Transparenzanforderungen entsprechen.

Im Kern geht es um die Frage, wie viel Detailverbraucher:innen über automatisierte Entscheidungen erhalten müssen. Ein Urteil könnte Präzedenzfall für datenbasierte Bewertungssysteme in verschiedenen Branchen schaffen. Die Schufa plant, das neue Modell bis Ende 2028 vollständig umzusetzen und damit das ältere, komplexere System abzulösen. Parallel dazu sollen Gesetzgeber im November 2026 einen neuen Rechtsrahmen für „materielle Scoring“-Systeme einführen.

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Die Entscheidung des Gerichts wird klären, welche Transparenzpflichten die GDPR bei automatisierten Bonitätsbewertungen vorsieht. Sie könnte auch beeinflussen, wie andere datengestützte Systeme ihre Prozesse offenzulegen haben. Das aktualisierte Modell der Schufa und der kommende Rechtsrahmen werden die Zukunft der Verbraucherdatenrechte prägen.

Quelle