16 February 2026, 12:33

Skandal um Heidi Reichinneks angeblichen Luxus-Audi entpuppt sich als AfD-Eigentor

Ein Plakat mit schwarzem Hintergrund, das eine Frau und einen Mann zeigt, mit der Aufschrift "Kannst du ein Auto fahren? Wirst du eines in Frankreich fahren? Sofortiger Dienst an der Front."

Streit um Heidis Dienstwagen: Kann sich eine Linke Luxus leisten? - Skandal um Heidi Reichinneks angeblichen Luxus-Audi entpuppt sich als AfD-Eigentor

Ein politischer Streit ist entbrannt, nachdem Bilder der Linken-Vorsitzenden Heidi Reichinnek neben einem Luxuswagen viral gegangen sind. Die rechtspopulistische AfD warf ihr vor, öffentliche Gelder veruntreut zu haben, und behauptete, der Audi A8 – mit einem Preis von rund 106.000 Euro – gehöre ihr privat. Doch die Kontroverse nahm schnell eine neue Wendung, als Details über den tatsächlichen Besitzer des Fahrzeugs und die eigenen Skandale der AfD bekannt wurden.

Der Streit begann, als auf sozialen Medien ein Foto auftauchte, das Reichinnek vor einem Audi A8 mit dem Kennzeichen B-HR 419 zeigt. Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch stellte infrage, ob der Wagen Reichinnek gehöre und wer für die Kosten aufkomme. Die Vorwürfe verbreiteten sich rasant, wobei Kritiker auf den hohen Marktwert des Fahrzeugs hinwiesen.

Doch wie das Magazin Stern später berichtete, handelt es sich bei dem Auto nicht um Reichinneks Privatbesitz. Vielmehr war es ein Leasingfahrzeug, das von der Führungsetage der Linken genutzt wird. Solche Regelungen sind im Bundestag gängig, wo große Automobilhersteller hochrangigen Politikern oft günstige Leasingkonditionen einräumen. Auch individuelle Kennzeichen sind bei Spitzenpolitikern üblich.

Die Kritik der AfD an Reichinnek fällt in eine Zeit, in der die Partei selbst mit Skandalen kämpft. Anfang Februar 2026 wurden Berichte über Vetternwirtschaft innerhalb der AfD bekannt, darunter Vorwürfe, der sachsen-anhaltische Landesvorsitzende Martin Reichardt habe Familienmitglieder im Büro des Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt beschäftigt. Schmidt wiederum stand im Verdacht, Mitarbeiter aus seinem eigenen Unternehmen angestellt zu haben. Weitere Anschuldigungen betrafen den EU-Parlamentarier Khan, der Ulrike Hohm, die Ehefrau des AfD-Jugendchefs Jean-Pascal Hohm, beschäftigt haben soll.

Zum Thema Dienstwagenmissbrauch warf Schmidt in einem 15-seitigen Schreiben dem AfD-Landesvorstand in Sachsen-Anhalt vor, auf Kosten der Steuerzahler private Reisen nach Griechenland, New York und ins Disneyland Paris unternommen zu haben. Beobachter vermuten, der Angriff der AfD auf Reichinnek könnte ein Ablenkungsmanöver von den eigenen Kontroversen sein. Zur Verwirrung trug bei, dass einige Kommentatoren behaupteten, von Storch sei auf eine Falschmeldung hereingefallen – später tauchten Bilder desselben Wagens mit einem anderen Kennzeichen auf.

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Der umstrittene Audi A8 ist ein Dienstwagen der Linken und kein Privatfahrzeug Reichinneks. Unterdessen fallen die Vorwürfe der AfD mit laufenden Ermittlungen zu Vetternwirtschaft und Geldernverwendung in den eigenen Reihen zusammen. Die Debatte hat sich inzwischen darauf verlagert, ob die Kritik ein taktisches Ablenkungsmanöver von den internen Skandalen der Partei war.