Skandal um Hühner-Misshandlung: Schlachthof bleibt nach grausamen Videoaufnahmen dicht
Jana SimonVerhaftungsbefehle gegen Schlachthofmitarbeiter erlassen - Skandal um Hühner-Misshandlung: Schlachthof bleibt nach grausamen Videoaufnahmen dicht
Ein großer Geflügelschlachthof in Wassertrüdingen bleibt seit Beginn der Ermittlungen wegen Verstößen gegen den Tierschutz geschlossen. Sieben Mitarbeiter müssen nun mit Bußgeldern rechnen, nachdem Videoaufnahmen Misshandlungen von Hühnern in der Anlage dokumentiert hatten.
Der Fall wurde erstmals im April 2021 bekannt, als eine Tierrechtsorganisation Aufnahmen veröffentlichte, die mutmaßliche Grausamkeiten gegenüber Hühnern zeigten. Der Betrieb, einer der größten Deutschlands, verarbeitete bis zu 60.000 Legehennen täglich – vor allem für die Suppenproduktion.
Lokale Gerichte haben bereits vier Strafbescheide erlassen, wobei die Geldbußen zwischen 30 und 180 Tagessätzen liegen. Ein Bußgeld in Höhe von über 90 Tagessätzen gegen einen Mitarbeiter ist inzwischen rechtskräftig und gilt nach deutschem Recht als Vorstrafe.
Die Anlage steht seit Beginn der Ermittlungen still. Die Behörden haben die genaue Zahl der Beschäftigten vor der Schließung 2023 nicht bekannt gegeben, doch mehrere direkt an der Schlachtung beteiligte Mitarbeiter wurden aufgrund der Videoaufnahmen verurteilt.
Die Stilllegung stellt einen schweren Einschlag für die regionale Geflügelindustrie dar. Mit der Durchsetzung der Strafen setzt der Fall ein Zeichen für die Ahndung von Tierschutzverstößen in deutschen Schlachthöfen. Die Zukunft des Betriebs bleibt ungewiss, während die juristischen Verfahren weiterlaufen.
