Söder lehnt Verbote für junge Menschen in sozialen Medien ab – und schlägt Klarnamen-Pflicht vor
Felix MaierSöder lehnt Verbote für junge Menschen in sozialen Medien ab – und schlägt Klarnamen-Pflicht vor
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich gegen Pläne ausgesprochen, den Zugang junger Menschen zu sozialen Medien einzuschränken. Während mehrere europäische Länder altersbasierte Verbote vorantreiben, plädiert der CSU-Vorsitzende für einen anderen Weg. Sein Vorschlag: Eine Pflicht zur Registrierung mit Klarnamen im Internet wäre wirksamer als pauschale Nutzungsbeschränkungen.
In ganz Europa führen Länder bereits Gesetze ein, die die Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige begrenzen sollen. Australien machte 2025 den Anfang und verpflichtete Plattformen, Nutzer unter 16 Jahren zu sperren – bei Verstößen drohen hohe Strafen. Frankreich zog im Januar 2026 nach und beschloss ein Verbot für unter 15-Jährige, auch wenn die endgültige Zustimmung des Senats noch aussteht. Österreich plant nun ein ähnliches Gesetz für Kinder unter 14 Jahren.
Auch in Spanien, Dänemark, Norwegen, Tschechien, Großbritannien, den Niederlanden, Griechenland und Irland werden derzeit vergleichbare Maßnahmen ausgearbeitet oder diskutiert. Die EU hingegen setzt mit dem Digital Services Act auf eine umfassendere Regulierung: Plattformen sollen Risiken für Minderjährige verringern und schädliche Inhalte schneller löschen.
Söder lehnt altersabhängige Verbote kategorisch ab. Stattdessen schlägt er eine verpflichtende Registrierung mit echtem Namen für Online-Konten vor. Als Vergleich zieht er bestehende Gesetze heran, die das Tragen von Vermummung bei Demonstrationen verbieten – eine solche Regelung würde seiner Meinung nach mehr Verantwortung im Netz schaffen. Damit ließe sich der Schaden durch soziale Medien wirksamer bekämpfen als durch bloße Nutzungsbeschränkungen für junge Menschen.
Die Debatte über die Einschränkung sozialer Medien für Minderjährige spaltet weiterhin die Politik. Söders Ablehnung stellt ihn in Gegensatz zur wachsenden internationalen Tendenz, Altersgrenzen einzuführen. Sein Fokus auf Klarnamen-Registrierung weist einen anderen Weg – einen, der auf Transparenz statt auf pauschale Verbote setzt.
