16 March 2026, 00:26

SPD fordert Abschaffung des Ehegattensplittings – "Ungerecht für Frauen"

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer handschriftlichen Genealogie einer deutschen Familie, gefüllt mit Text über Familienmitglieder und ihre Abstammung.

Nord-SPD fordert Reform der Ehegattensplitting - SPD fordert Abschaffung des Ehegattensplittings – "Ungerecht für Frauen"

Deutschlands Ehegattensplitting steht vor neuen Reformforderungen

Die SPD-Landesgruppe in Schleswig-Holstein will das gemeinsame Steuermodell für Ehepaare, das sogenannte Ehegattensplitting, durch ein familienorientiertes System ersetzen. Die Kritik: Die aktuellen Regeln seien veraltet und ungerecht – vor allem für Frauen und Alleinerziehende.

Eingeführt 1958, als Frauen oft noch die Erlaubnis ihres Mannes für eine Berufstätigkeit brauchten, begünstige das System heute Haushalte, in denen ein Partner deutlich mehr verdient – in der Regel der Mann. Dies führe laut SPD dazu, dass Frauen seltener arbeiten und ungleiche Anreize entstehen.

Beate Raudies, finanzpolitische Sprecherin der SPD, betont, das bestehende Modell versage aus Sicht der Gleichberechtigung. Stattdessen schlägt die Partei ein Familiensplitting vor, bei dem Kinder stärker in die Steuerberechnung einfließen. Pro Kind soll die Steuerlast sinken – ein Vorteil für Alleinerziehende und Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.

Zudem würden Kinder unabhängig vom Familienstand der Eltern gleich behandelt. Die SPD argumentiert, die Reform würde Arbeitsanreize für Frauen verbessern und moderne Familienstrukturen besser abbilden.

Bisher gibt es in Europa kaum vergleichbare Modelle. Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, wäre dies ein grundlegender Wandel in der Familienbesteuerung. Nun steht die Debatte auf Landes- und Bundesebene an.

AKTUALISIERUNG

SPD's Reformplan soll bis Ende Februar im Schleswig-Holsteinischen Landtag diskutiert werden

Der Vorschlag der SPD, das Ehegattensplitting durch ein familienorientiertes Modell zu ersetzen, wird im Schleswig-Holsteinischen Landtag bis Ende Februar formal diskutiert. Details sind:

  • Ein Fokus darauf, die Steuerlast für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu reduzieren.
  • 'Unverheiratete Paare haben dieselben Pflichten wie verheiratete Eltern, sind steuerlich aber nicht so gut gestellt,' bemerkt Raudies und betont die veraltete Gestaltung des Systems.