14 March 2026, 08:19

Streit um Altersvorsorge-Reform: Wer profitiert von den neuen Gebührenregeln?

Ein Plakat mit Logo und Text, auf dem "Präsident Biden beschränkt Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare thanks to the Inflation Reduction Act" steht.

Streit um Altersvorsorge-Reform: Wer profitiert von den neuen Gebührenregeln?

Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland hat unter Abgeordneten, Verbraucherschützern und Finanzexperten hitzige Diskussionen ausgelöst. Die vorgeschlagenen Änderungen, die noch im parlamentarischen Verfahren geprüft werden, zielen auf die Einführung eines neuen Sparmodells mit besseren Marktrenditen als das aktuelle Riester-Renten-System ab. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Obergrenze für die jährlichen Gebühren dieser Produkte.

Die Reform, die am 26. Februar 2026 erstmals im Bundestag vorgestellt wurde, sieht ein standardisiertes, staatlich gefördertes Altersvorsorgekonto vor. Dem Plan zufolge würden bei neuen Produkten wie dem Altersvorsorgedepot die jährlichen Gebühren auf 1,5 Prozent gedeckelt. Zudem sollen die Abschlusskosten über die Vertragslaufzeit verteilt werden, und Sparer könnten nach fünf Jahren den Anbieter wechseln.

Bestehende Riester-Renten-Verträge bleiben unverändert – weder bei den Gebühren noch bei der Vermarktung gibt es Anpassungen. Ab dem 1. Januar 2027 können Versicherte jedoch entscheiden, ob sie ihr aktuelles Modell behalten oder in das neue System wechseln möchten.

Am umstrittensten ist die Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent. Verbraucherschützer wie Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip sowie einige SPD-Abgeordnete fordern strengere Vorgaben – teilweise wird sogar eine Deckelung bei 0,5 Prozent gefordert. Sie argumentieren, dass die aktuelle Regelung Sparer weiterhin übermäßig belaste. Finanzminister Lars Klingbeil hat sich signalbereit gezeigt, die Gebühren zu senken, um die finanzielle Belastung der Verbraucher zu verringern.

Gegner der 1,5-Prozent-Grenze, etwa der CSU-Finanzpolitiker Florian Dorn, halten dagegen, dass ein niedrigerer Höchstsatz den Wettbewerb beleben könnte. Sie sind überzeugt, dass mehr Anbieter auf dem Markt zu sinkenden Kosten und besseren Konditionen für Sparer führen würden. Eine parlamentarische Anhörung am 16. März soll zwischen den Positionen vermitteln und einen Kompromiss finden.

Die weiteren Schritte der Reform hängen davon ab, ob sich die Abgeordneten auf die Gebührenregelung einigen können. Bei einer Verabschiedung würde das neue System 2027 starten und Sparern mehr Flexibilität sowie potenziell geringere Kosten bieten. Bis dahin bleiben bestehende Riester-Renten-Verträge unverändert – ohne unmittelbare Auswirkungen auf Gebühren oder Anbieterwahl.

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