Sturm „Elli“ enthüllt marode Straßenbahn-Infrastruktur in Bremen
Sturm „Elli“ legt Bremer Straßenbahnverkehr lahm – veraltete Bauweise als Ursache
Das Bremer Straßenbahnnetz erlebte schwere Behinderungen, nachdem Wintersturm „Elli“ über die Stadt hinwegfegte. Der Betrieb musste eingestellt werden, nachdem schwere Schäden an den Gleisbetten Sicherheitsbedenken aufwarfen – darunter die Gefahr von Entgleisungen. Behördenführende machten später veraltete Bauweisen als Hauptgrund für die Probleme aus.
Der Sturm legte langjährige Schwachstellen in Teilen der Straßenbahn-Infrastruktur offen. Wasser war zwischen die Schienen und den Asphaltbelag eingedrungen, gefroren und hatte Risse in den Gleisbetten verursacht. Thorsten Harder, Vorstandsvorsitzender der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), bestätigte im Nachhinein, dass die betroffenen Abschnitte zwischen 1996 und 2002 mit Methoden errichtet wurden, die heute als unzuverlässig gelten.
Das Unternehmen Alstom, das für Planung, Bau und Inbetriebnahme dieser Strecken verantwortlich zeichnete, hatte in jenem Zeitraum die Erweiterung geleitet. Zwar gab es anfangs Kritik an der Krisenbewältigung, doch eine umfassende Analyse klärte später die technischen Ursachen der Schäden. Die städtischen Reinigungstrupps gingen zügig gegen die Folgen vor und erhielten für ihren Einsatz Lob. Obwohl der Straßenbahnverkehr mittlerweile teilweise wiederaufgenommen wurde, dauern die Reparaturarbeiten an den am stärksten beschädigten Abschnitten an. Fachleute betonen, dass moderne Bautechniken derartige massive Probleme hätten verhindern können.
Der Vorfall hat die Grenzen älterer Infrastruktur selbst bei gewöhnlicher Wetterbelastung aufgezeigt. Die BSAG versicherte, dass künftige Sanierungen mit aktualisierten Materialien und Methoden durchgeführt werden, um eine Wiederholung solcher Störungen zu vermeiden. Bis zur vollständigen Wiederherstellung des Netzes müssen Pendler jedoch weiterhin mit Einschränkungen rechnen.
