TeamViewer-Aktie stürzt ab: Leerverkäufer wetten gegen die Erholung
Anton HuberTeamViewer-Aktie stürzt ab: Leerverkäufer wetten gegen die Erholung
TeamViewer-Aktie durchlebt ein schwieriges Jahr
Die Aktie von TeamViewer hat in den vergangenen zwölf Monaten einen deutlichen Rückgang erlebt und fast 46 % an Wert verloren. Das Unternehmen notiert mittlerweile knapp 57 % unter seinem 52-Wochen-Hoch – eine Entwicklung, die bei Anlegern und Analysten gemischte Reaktionen auslöst. Während einige Potenzial für eine Erholung sehen, wetten andere massiv gegen den Kurs.
Besonders auffällig bleibt das hohe Leerverkaufsvolumen bei TeamViewer. Der Vermögensverwalter AQR Capital Management hat seine Netto-Leerverkaufsposition kürzlich von 2,92 % auf 3,01 % erhöht und damit die kritische 3-Prozent-Marke überschritten – ein klares Signal für eine pessimistische Einschätzung der künftigen Kursentwicklung.
Andere große Marktteilnehmer haben ihre Positionen indes angepasst: Qube Research & Technologies verringerte seine Leerverkaufsquote leicht von 2,15 % auf 2,05 %, während Citadel Securities (Europe) seine Short-Position von 0,60 % auf 0,53 % zurückfuhr. Diese Bewegungen fallen zusammen mit der Tatsache, dass die Norges Bank 1,50 % der TeamViewer-Aktien – rund 2,5 Millionen Stücke – an Leerverkäufer verliehen hat, die auf weitere Kursrückgänge spekulieren.
Goldman Sachs hält insgesamt 4,31 % an TeamViewer, davon jedoch nur 0,66 % als direkten Besitz. Der Rest (3,65 %) entfällt auf Finanzinstrumente wie Swaps – ein Hinweis darauf, dass hier eher auf fallende Kurse gesetzt wird als auf langfristige Investitionen.
Trotz der starken Leerverkaufsaktivitäten gab TeamViewer vorab bekannt, die Umsatzprognose für 2025 erfüllt zu haben, und vermeidet damit vorerst negative Überraschungen. Die vollständigen, geprüften Jahresergebnisse 2025 sowie die aktualisierte Prognose für 2026 werden am 10. Februar 2026 veröffentlicht. Analysten, darunter die Bank of America, stufen die Aktie mittlerweile als „deutlich unterbewertet“ ein und halten eine Erholung für möglich.
Die anstehende Veröffentlichung der kompletten Bilanz und der 2026er-Ziele könnte zum entscheidenden Wendepunkt werden. Angesichts des hohen Leerverkaufsvolumens und der widersprüchlichen Einschätzungen der Experten dürfte die weitere Kursentwicklung stark von den vorliegenden Zahlen abhängen. Anleger beobachten gespannt, ob sich Anzeichen für eine Besserung – oder weitere Rückschläge – abzeichnen.
