25 January 2026, 20:19

Teilzeitarbeit in Deutschland erreicht historischen Höchststand von über 40 Prozent

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bietet.

Teilzeitarbeit in Deutschland erreicht historischen Höchststand von über 40 Prozent

Rekordhoch für Teilzeitarbeit in Deutschland: Über 40 Prozent arbeiten in reduzierten Stundenmodellen

In Deutschland hat die Teilzeitarbeit ein Rekordhoch erreicht: Mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren arbeiten inzwischen in reduzierten Stundenmodellen. Dieser Wandel spiegelt veränderte Arbeitsmarkttrends wider, darunter den verstärkten Einstieg von Frauen und älteren Beschäftigten in den Arbeitsmarkt. Doch der Anstieg hat eine Debatte ausgelöst, da der wirtschaftspolitische Flügel der CDU das gesetzliche Recht auf Teilzeitarbeit einschränken will.

Erstmals überschritt die Teilzeitquote im Sommer 2025 die 40-Prozent-Marke – und hat sich damit seit den 1990er-Jahren verdoppelt. Immer mehr Frauen und ältere Arbeitnehmer nehmen Teilzeitstellen an, während klassische Vollzeitjobs in der Industrie zurückgehen. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft der Beschäftigten, lange Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen.

Auch der Ausbau der Kinderbetreuung hat zu dieser Entwicklung beigetragen und ermöglicht es vielen Teilzeitkräften, ihre Stunden aufzustocken. Würden alle Teilzeitbeschäftigten ihre Arbeitszeit ausweiten, entstünde das Äquivalent von 1,4 Millionen Vollzeitstellen. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU plant nun, auf dem Bundesparteitag Ende Februar 2026 einen Antrag einzubringen. Dieser sieht vor, das gesetzliche Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken und nur noch in bestimmten Fällen – etwa bei Kindererziehung oder Pflegeaufgaben – zuzulassen.

Marcel Fratzscher, Ökonom vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, warnt jedoch, dass solche Beschränkungen Unternehmen und der Gesamtwirtschaft schaden könnten. Seiner Ansicht nach könnte eine Reduzierung der Teilzeitmöglichkeiten die Beschäftigung insgesamt verringern, den Fachkräftemangel verschärfen und mehr Betriebe in die Insolvenz treiben.

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Über den CDU-Vorschlag wird auf dem Parteitag 2026 entschieden – mit potenziell weitreichenden Folgen für Millionen Arbeitnehmer. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte dies den deutschen Arbeitsmarkt grundlegend verändern und sowohl Beschäftigte als auch Arbeitgeber betreffen. Zudem könnte das Ergebnis Einfluss auf die anhaltenden Herausforderungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel haben.