17 March 2026, 02:15

UniCredit überrumpelt Märkte mit 35-Milliarden-Offerte für Commerzbank – doch Berlin blockt

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit überrumpelt Märkte mit 35-Milliarden-Offerte für Commerzbank – doch Berlin blockt

Überraschendes Übernahmeangebot von UniCredit für Commerzbank erschüttert deutsche Märkte

Das überraschende Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank sorgte am Montag für Aufsehen an den deutschen Börsen. Das 35-Milliarden-Euro-Angebot trieb die Commerzbank-Aktie um fast 10 % nach oben und belebt die allgemeine Marktstimmung. Doch politische Ablehnung und Zurückhaltung der Anleger ließen den DAX unter seinem wichtigen 50-Tage-Durchschnitt handeln.

UniCredit startete ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Commerzbank-Aktien und bewertete diese mit 30,80 Euro pro Stück – alternativ 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Der Schritt überlagerte frühere Marktverwerfungen, doch Analysten sahen darin vor allem einen taktischen Zug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorständin Bettina Orlopp zu Verhandlungen zu drängen.

Die deutsche Regierung lehnte das Angebot umgehend ab. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) forderte UniCredit zum Rückzug auf, während die SPD-Bundestagsfraktion die systemische Bedeutung der Commerzbank als Großbank und wichtiger Arbeitgeber betonte. Auch die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank verurteilten den Vorstoß, wenn auch bisher ohne rechtliche Schritte.

Anderswo profitierte Bayer von positiven Studienergebnissen, und Siemens Energy verzeichnete Kursgewinne. Doch der Öldruck belastete zyklische Werte – Lufthansa und TUI mussten Federn lassen. Der DAX blieb unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, wobei die weitere Entwicklung davon abhängt, wie die Commerzbank auf das Angebot reagiert. Ein Fall unter 22.900 Punkte könnte zusätzliche Verkäufe auslösen.

Die Übernahme spaltet die Meinungen: Während die Märkte positiv reagieren, lehnen Politik und Arbeitnehmervertreter den Deal ab. Wie die Commerzbank nun handelt, wird entscheiden, ob sich der DAX stabilisiert oder weitere Verluste drohen. Die Haltung der Regierung bleibt vorerst klar – sie steht dem Vorhaben ablehnend gegenüber.

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