24 December 2025, 02:36

USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner

Menschen protestieren auf einer Straße und halten Plakate, mit Gebäuden, Bäumen, Laternen und dem Himmel im Hintergrund.

USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner - USA verhängen Einreiseverbote gegen deutsche Hassrede-Gegner

Die US-Regierung hat vier europäischen Aktivisten und Beamten die Einreise in die USA untersagt. Darunter sind die beiden deutschen Kampagnenleiterinnen gegen Hassrede im Internet, Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon. Auch der ehemalige EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton wurde in den USA zur persona non grata erklärt.

Der Schritt folgt auf scharfe Kritik des US-Außenministers Marco Rubio, der europäischen Persönlichkeiten vorwirft, sich für Online-Zensur einzusetzen.

Das US-Außenministerium verhängte Einreiseverbote gegen von Hodenberg und Ballon, die beide mit HateAid verbunden sind, einer deutschen Organisation, die sich gegen digitale Gewalt engagiert. HateAid, 2018 gegründet, arbeitet mit der EU zusammen, um Hassverbrechen im Internet zu verfolgen und schädliche Inhalte einzudämmen.

Auch die britischen NGO-Vertreter Imran Ahmed und Clare Melford, die sich gegen Desinformation und Hassrede einsetzen, wurden mit Einreiseverboten belegt. Rubio bezeichnete die Betroffenen als „führende Köpfe des globalen Zensur-Industriekomplexes“. Er warf ihnen vor, US-Plattformen zu zwingen, Meinungen zu unterdrücken, die europäische Aktivisten als unerwünscht einstufen. Derzeit stehen keine weiteren EU-Beamten oder europäischen Regierungen auf der US-Schwarzen Liste. Rubio warnte jedoch, dass weitere hinzukommen könnten, falls sie weiterhin das fördern, was die USA als „Zensur“-Politik bezeichnet. Die Haltung der Regierung spiegelt die wachsenden Spannungen wider, wie Online-Rede grenzüberschreitend reguliert werden soll.

Die Einreiseverbote markieren einen direkten Konflikt zwischen US-Argumenten für Meinungsfreiheit und europäischen Bemühungen, digitale Schädigungen einzudämmen. Von Hodenberg, Ballon, Ahmed und Melford sehen sich nun mit Reisebeschränkungen in die USA konfrontiert. Bretons Ausschluss deutet auf weitere diplomatische Reibereien in der Digitalpolitik hin. Der Streit wirft Fragen über die künftige Zusammenarbeit in der Internetregulierung auf.

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