VW-Stellenabbau in Sachsen: Betriebsratswahl zeigt wachsende Unruhe bei Belegschaft
Anton HuberKeine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - VW-Stellenabbau in Sachsen: Betriebsratswahl zeigt wachsende Unruhe bei Belegschaft
VWs Pläne, bis 2030 rund 35.000 Stellen abzubauen, werfen Unsicherheit über die Belegschaft – insbesondere in Sachsen. Die jüngste Betriebsratswahl im Werk Zwickau spiegelte eine veränderte Stimmung der Beschäftigten wider: Die IG Metall verlor leicht an Einfluss zugunsten konkurrierender Gruppen.
Die Ergebnisse kamen zu einem Zeitpunkt, an dem der Standort, ein zentraler Knotenpunkt der Elektroauto-Produktion, sich auf erhebliche Personalreduzierungen einstellt – bedingt durch weniger Schichten und eine geringere Auslastung.
Das Zwickauer Werk, VWs Vorzeigeprojekt für Elektromobilität, hat bereits mit der Rückführung der Produktion begonnen. Die Reduzierung der Schichten von drei auf zwei wird etwa 1.200 Arbeitsplätze kosten. Diese Einschnitte belasten die Mitarbeiterstimmung, weshalb die jüngste Betriebsratswahl zum Kristallisationspunkt der Sorgen wurde.
Über 8.200 Beschäftigte gaben ihre Stimme ab, wobei die IG Metall 81 Prozent erreichte – ein Rückgang gegenüber den knapp 89 Prozent bei der vorherigen Wahl. Die Gewerkschaft bleibt zwar dominant und hält 29 der 35 Sitze, doch neue Akteure gewannen an Boden: Die "Alternative Liste" erzielte 7,3 Prozent und zwei Sitze, während das "Freie Betriebsratsbündnis", das Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD aufweist, mit 11,5 Prozent und vier Sitzen überraschte.
Über Zwickau hinaus bleibt VWs Umstrukturierung in Sachsen unklar. Zwar stellte das Dresdner "Gläserne Manufaktur" Ende 2025 die Automobilproduktion ein, doch weitere Standorte in der Region wurden noch nicht für Kürzungen benannt. Dennoch könnten die geplanten 50.000 Stellenstreichungen in ganz Deutschland bis 2030 – inklusive der Auswirkungen auf Zulieferer – die Beschäftigung in Sachsen zusätzlich gefährden.
Die Wahlergebnisse deuten auf eine gespaltenere Belegschaft hin, während VW die Stellenkürzungen vorantreibt. Der Übergang zu zwei Schichten in Zwickau kostet 1.200 Jobs, und weitere Veränderungen könnten Tausende in Sachsen betreffen. Der Konzern setzt zwar weiter auf Elektromobilität, doch Arbeitskonflikte und politische Verschiebungen prägen nun seine Zukunft in der Region.