09 February 2026, 14:54

Warnstreiks im öffentlichen Dienst legen mehrere Bundesländer lahm – Kiel wird zum Protestzentrum

Eine städtische Straße mit viel Verkehr an einem verschneiten Tag, mit Fahrzeugen, Strommasten mit Drähten, Laternen, Gebäuden mit Fenstern und Schildern mit Text unter einem klaren Himmel.

Winterdienst kündigt Warnstreik im Norden an - Warnstreiks im öffentlichen Dienst legen mehrere Bundesländer lahm – Kiel wird zum Protestzentrum

Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst spitzt sich zu: Warnstreiks legen Dienstleistungen in mehreren Bundesländern lahm

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Deutschland haben sich zugespitzt – mit Warnstreiks, die in den kommenden Tagen in mehreren Bundesländern zu erheblichen Einschränkungen führen werden. In Schleswig-Holstein werden am Donnerstag Straßenbauarbeiter die Arbeit niederlegen, wodurch 22 Betriebshöfe betroffen sind und die Winterdienste auf den Straßen gefährdet sein könnten. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von 7 Prozent, während die Verhandlungen vor der nächsten Runde im Februar 2026 feststecken.

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Die Streiks sind Teil der laufenden TV-L-Tarifverhandlungen, die rund 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bundesweit betreffen. Davon arbeiten etwa 1,1 Millionen nach Landes-Tarifverträgen – mit Ausnahme Hessens. Die Gewerkschaften, darunter ver.di, der dbb beamtenbund und tarifunion, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), IG Bau und die GEW, verlangen eine 7-prozentige Lohnerhöhung, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat. Ein eventueller Kompromiss würde zudem für 1,3 Millionen Beamte und Pensionäre gelten.

In Schleswig-Holstein werden die Straßenbauarbeiter am Donnerstag ganztägig die Arbeit einstellen, wodurch 22 Depots stillstehen. Externe Firmen sollen zwar die wichtigsten Dienstleistungen aufrechterhalten, doch durch Glätte und Personalmangel könnte es dennoch zu Verzögerungen kommen. Autofahrer werden aufgefordert, aufgrund ungeräumter Straßen besonders vorsichtig zu fahren.

Weitere Streiks sind in anderen Bundesländern geplant, darunter Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Münster (Nordrhein-Westfalen), Hannover (Niedersachsen) und Schwerin. In Kiel findet eine Großkundgebung statt, bei der sich Beschäftigte aus ganz Schleswig-Holstein versammeln, um den Druck auf die Verhandlungsführer zu erhöhen. Die nächste Gesprächsrunde ist für den 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam angesetzt.

Die Streiks unterstreichen die wachsende Spannung in den Tarifauseinandersetzungen des öffentlichen Dienstes. Die Gewerkschaften weiten ihre Aktionen aus, kurz bevor die entscheidenden Verhandlungen beginnen. Sollte keine Einigung erzielt werden, dürften die Behinderungen bei Straßeninstandhaltung und anderen Dienstleistungen anhalten. Das Ergebnis wird Millionen von Beschäftigten, Beamten und Rentnern in ganz Deutschland betreffen.