Warum diese Apothekerin auf radikale Rabattschlachten verzichtet – und trotzdem treue Kunden hat
Felix MaierWarum diese Apothekerin auf radikale Rabattschlachten verzichtet – und trotzdem treue Kunden hat
Claudia Bauer führt ihre Apotheke in der Nähe in Steinbach am Wald seit einem Vierteljahrhundert. Anders als manche Konkurrenten verzichtet sie auf radikale Preisschlachten und bietet stattdessen bescheidene Rabatte von etwa 20 Prozent an. Zu ihrem Konzept gehört auch eine kleine persönliche Note – sie verteilt kostenlos Päckchen mit Taschentüchern, um ihren Kunden den Tag zu versüßen.
Dass Bauer Gutscheine von Mitbewerbern akzeptiert, ist keine neue Idee. Schon vor Jahren hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass solche Praktiken rechtens sind. Während einige Apotheken ihre Preise um bis zu 52 Prozent stürzen, stößt ihr eine solche Strategie auf Unverständnis.
Ihrer Meinung nach verleiten drastische Nachlässe die Menschen zu der Annahme, Apotheken hätten große Spielräume bei den Preisen. Doch in Wahrheit bleiben die Gewinnmargen knapp. Bauer argumentiert zudem, dass Kunden nicht weite Wege auf sich nehmen sollten, nur um ein paar Euro bei ihren Medikamenten zu sparen.
Ihre eigenen Rabatte liegen im mittleren Bereich und gelten oft für günstigere Produkte. Die Ersparnis mag auf den ersten Blick gering wirken, doch sie setzt auf einen ausgewogenen Ansatz. Mit stabilen Preisen und einem freundlichen Service hat sie im Laufe der Zeit ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Kunden und Kollegen vor Ort aufgebaut.
Bauers Apotheke setzt weiterhin auf Fairness und Gemeinschaftssinn. Indem sie Konkurrenz-Gutscheine annimmt und kleine Vorteile bietet, bindet sie ihre Kunden – ohne auf aggressive Preispolitik zurückzugreifen. Diese Strategie spiegelt ihr langfristiges Engagement für ihr Geschäft und die Menschen wider, die sie täglich versorgt.
