Werder Bremen rutscht nach Pleite gegen Freiburg in die Abstiegsangst
Jonas SchmidtWerder frustriert: Krise vertieft sich mit Thioune - Werder Bremen rutscht nach Pleite gegen Freiburg in die Abstiegsangst
Die Lage bei Werder Bremen hat sich weiter zugespitzt: Mit einer 0:1-Heimniederlage gegen den SC Freiburg rutschte der Verein knapp über die Abstiegszone. Die Fans zeigten ihre Wut mit lauten Pfifen, nachdem die Mannschaft es trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit nicht schaffte, den Rückstand zu drehen.
Die Niederlage verlängert die sieglose Serie auf elf Spiele und erhöht den Druck auf den neuen Cheftrainer Daniel Thioune vor dem schwierigen Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München.
Bremen war mit Platz 16 in die Partie gegangen – dem Relegationsplatz. Einmal mehr offenbarten sich die offensiven Schwächen: Die Stürmer Keke Topp und Justin Njinmah blieben ohne gefährliche Torabschlüsse. Obwohl Freiburg früh in der zweiten Halbzeit mit zehn Mann spielte, fand die Heimmannschaft keine Lücken.
Mannschaftskapitän Marco Friedl räumte ein, dass es der Truppe an der nötigen Kaltblütigkeit vor dem Tor fehle. Die Abschlussaktionen seien zu zögerlich, es mangele an der Entschlossenheit, Chancen in Siege umzumünzen. Thioune, erst kürzlich berufen, gestand zwar mangelnde Kreativität ein, betonte aber, bereits an der Stimmung im Team zu arbeiten – vor dem Duell mit Bayern.
Sportdirektor Clemens Fritz wirkte nach dem Schlusspfiff sichtlich frustriert. Ohne ein Wort an die Medien verließ er das Stadion, erklärte später jedoch, die Mannschaft habe zwar Qualität, müsse aber mental stärker werden. Mit nur 19 Punkten aus 20 Spielen – elf weniger als zur gleichen Zeit in der Vorsaison – liegt Bremen nun nur noch einen Zähler vor dem direkten Abstiegsplatz.
Die aktuelle Krise geht über frühere Abstiegsgefährdungen hinaus. Während der Klub unter früheren Trainern noch knapp die Wende schaffte, ist die Leistung in dieser Saison durchgehend schwach: In den letzten sechs Spielen blieb Bremen viermal ohne Torerfolg. Bereits zweimal wurde der Trainer gewechselt – Ole Werner und Horst Steffen mussten gehen, ehe Thioune die Rettung einleiten sollte.
Nun steht Bremen vor einer Mammutaufgabe, um den Klassenerhalt zu sichern. Das nächste Spiel gegen Bayern München wird zeigen, ob Thioune die angeschlagene Mannschaft motivieren kann. Mit nur 22 Toren in dieser Saison – viertwenigsten in der Liga – muss sich schnell eine Lösung finden, sonst droht der Abstieg.
