Zementverbrauch in Deutschland bricht auf historisches Tief ein – Branche in der Rezession
Anton HuberZementverbrauch in Deutschland bricht auf historisches Tief ein – Branche in der Rezession
Zementverbrauch in Deutschland auf Tiefstand seit dem Zweiten Weltkrieg
Der Zementverbrauch in Deutschland ist drastisch eingebrochen und hat ein Niveau erreicht, wie es seit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verzeichnet wurde. Der Rückgang liegt derzeit bei etwa 30 Prozent unter den Werten von 2020 – ein ähnlicher Einbruch zeigt sich auch in Frankreich. Branchenvertreter warnen vor einem schweren Abschwung im Bausektor.
Baustoffindustrie in der Krise Die Baustoffbranche steht vor enormen Herausforderungen. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, spricht von einer „voll entwickelten Rezession“. Hohe Zinsen und steigende Baukosten haben private Wohnbauprojekte in Deutschland stark ausgebremst.
Auch bei öffentlichen Infrastrukturvorhaben, Industrie- und Büroimmobilien sind die Investitionen eingebrochen. Zwar gibt es im Wohnungsbau weiterhin Schwächezeichen, doch die Baugenehmigungen stiegen zuletzt um 10 Prozent. Allerdings dauert es oft Monate, bis nach der Genehmigung tatsächlich mit dem Bau begonnen wird.
Staatliche Infrastrukturmilliarden sollen Impulse setzen Aus dem Sondervermögen des Bundes sind Milliarden für Infrastrukturprojekte vorgesehen. Mit einer Belebung der Bautätigkeit wird jedoch frühestens in der zweiten Jahreshälfte gerechnet.
Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich arbeitet die Zementindustrie auf historisch niedrigem Niveau. Verzögerungen bei Projektstarts und anhaltender finanzieller Druck belasten die Branche weiter. Eine Erholung könnte von den geplanten öffentlichen Infrastrukturinvestitionen abhängen.
