Zweifel an der Rettung des Buckelwals: Widersprüche in Ministeriumsangaben aufgedeckt
Anton HuberZweifel an der Rettung des Buckelwals: Widersprüche in Ministeriumsangaben aufgedeckt
Zweifel an den offiziellen Angaben zur Freilassung eines Buckelwals vor Mecklenburg-Vorpommern sind aufgekommen. Interne Ministeriumsdokumente deuten auf Widersprüche in den Aussagen von Umweltminister Till Backhaus hin. Der mit einem Sender ausgestattete Wal starb später in Dänemark.
Der Wal war am 2. Mai mit einem Splash10-F-Sender freigelassen worden. Laut Minister Backhaus hätten Experten des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) dessen Bewegungsdaten ausgewertet. Zudem behauptete er, das Tier habe mindestens bis zum 6. oder 7. Mai überlebt – doch selbst das LUNG äußerte Zweifel an diesem Zeitrahmen.
Die aufgezeichneten Positionsdaten zeigten, dass der Wal nach der Freilassung 215 Kilometer geradlinig zurücklegte. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums, stellte fest, dass das Tier bereits innerhalb der ersten vier Stunden abgetaucht war – und nicht, wie in einigen Berichten behauptet, über mehrere Tage hinweg. Die Bewegungsdaten des Wals stammten zudem nicht von LUNG-Experten, sondern von einer privaten Rettungsinitiative.
Wie der Spiegel berichtet, hat das Ministerium zusätzliche Daten zu Tauchtiefen und Wassertemperaturen bisher nicht zusammengeführt. Fachleute gehen davon aus, dass die bereitgestellten Ortungsinformationen nur einen Bruchteil dessen darstellen, was der Sender hätte aufzeichnen können. Auf eine aktuelle Anfrage zu dem Vorfall hat das Ministerium bisher nicht reagiert.
Die internen Unterlagen werfen nun Fragen zur Richtigkeit von Backhaus’ Aussagen auf. Durch das Fehlen kombinierter Daten sind zuverlässige Rückschlüsse auf die letzten Bewegungen des Wals kaum möglich. Die zuständigen Stellen haben die Ungereimtheiten bisher nicht öffentlich thematisiert.






