Ministerpräsident Kretschmer ruft zur Einheit auf - Ministerpräsident Kretschmer ruft zur Einheit auf
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer rief bei der traditionellen Weihnachtsgottesdienstfeier am Heiligabend vor der Dresdner Frauenkirche zu Einheit und Solidarität auf. Die Veranstaltung, die mittlerweile die größte regelmäßige Freiluft-Kirchenandacht Sachsens ist, lockte am 24. Dezember Tausende Besucher an. Der diesjährige Gottesdienst markierte zugleich mehr als drei Jahrzehnte seit Beginn der Tradition im Jahr 1993 – mitten zwischen den Trümmern der im Krieg zerstörten Kirche.
Die erste Weihnachtsandacht fand am 23. Dezember 1993 vor dem Altar der Frauenkirche statt, der gerade aus den Ruinen freigelegt worden war. Seither hat sich die Feier zu einer großen Tradition entwickelt, an der im Laufe der Jahrzehnte über eine halbe Million Menschen teilgenommen haben. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche wurde nach der deutschen Wiedervereinigung wiederaufgebaut.
In diesem Jahr gestalteten das Ludwig-Güttler-Blechbläserensemble, die Sopranistin Olena Tokar, der Dresdner Motettenchor und die Sächsische Posaunenmission den Gottesdienst musikalisch. Kretschmer forderte die Versammelten auf, gemeinsame Werte zu suchen und Mitgefühl zu zeigen, indem sie die Welt aus der Perspektive anderer betrachten. Später reflektierte er: „Wie schön wäre es, wenn dieses Gefühl von Solidarität und Frieden das ganze Jahr über anhielte.“ Landesbischof Tobias Bilz betonte in seiner Ansprache, dass Menschen die Herausforderungen des Lebens nicht allein bewältigen müssten, sondern in Gebet und Glauben Kraft finden könnten. Er verwies darauf, dass die christliche Tugend der Hoffnung oft unterschätzt werde, obwohl sie gerade in schwierigen Zeiten unverzichtbar sei.
Nach dem Gottesdienst schloss der Dresdner Weihnachtsmarkt am 24. Dezember um 14 Uhr. Am Abend öffneten dann Kirchen in ganz Sachsen, darunter in Dresden, ihre Türen für die Christmette.
Die jährliche Feier bleibt ein Symbol der Besinnung und Gemeinschaft. Mit ihrer langen Geschichte und wachsender Teilnehmerzahl ist sie ein fester Höhepunkt im sächsischen Festkalender. Nach der diesjährigen traditionellen Veranstaltung waren keine weiteren offiziellen Zusammenkünfte mehr geplant.
