Verkehrsminister blockieren Zweipersonen-Pflicht in Zügen trotz Sicherheitsbedenken
Anton HuberVerkehrsminister blockieren Zweipersonen-Pflicht in Zügen trotz Sicherheitsbedenken
Verkehrsminister aus ganz Deutschland lehnen Pflicht zu Zweipersonen-Teams in Zügen ab
Trotz wachsender Sorgen um die Sicherheit von Mitarbeitern haben die Verkehrsminister aller Bundesländer Forderungen nach einer verpflichtenden Besetzung von Zügen mit zwei Personen abgelehnt. Die Entscheidung fällt nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang dieses Jahres, der Gewerkschaften zu strengeren Sicherheitsvorkehrungen aufgerufen hatte.
Auf einer kürzlichen Konferenz in Lindau, Bayern, einigten sich alle 16 Bundesländer darauf, die regionale Flexibilität beizubehalten, statt bundesweite Regeln durchzusetzen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte sich nach dem tödlichen Übergriff für Zweipersonen-Teams als Sicherheitsmaßnahme eingesetzt. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert kritisierte die Entscheidung der Minister scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter ohne stärkere Schutzmaßnahmen weiter zunehmen könnte.
Statt einheitlicher Vorschriften sprach sich die Verkehrsministerkonferenz für eine bedarfsgerechte Personalplanung auf regionaler Ebene aus. Zudem unterstützten die Minister ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr. Noch laufende Gespräche befassen sich mit der Verbesserung der Überwachung an Bahnhöfen; dabei werden Finanzierungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Haushalte geprüft.
Die Deutsche Bahn hat bereits Maßnahmen zur Sicherheit verbessert, darunter Körperkameras für Servicekräfte. Zudem wurden Kontrollen der Dienstausweise von Fahrkartenprüfern abgeschafft, um Konfliktrisiken zu verringern. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, diese Schritte bis Ende April zu überprüfen.
Obwohl die Minister eine klare Haltung einnahmen, hat bisher kein Bundesland die Ablehnung der Zweipersonen-Pflicht offiziell bestätigt. Die einheitliche Position der Konferenz überlässt die Sicherheitsrichtlinien vorerst den regionalen Behörden.
Die Ablehnung bundesweiter Zweipersonen-Teams bedeutet, dass Bahnbetreiber weiterhin Personalstärken nach lokalem Bedarf festlegen. Zusätzliche Sicherheitskosten werden voraussichtlich vom Bund getragen, auch wenn bisher keine unmittelbaren Haushaltsanpassungen angekündigt wurden. Schnieders anstehende Prüfung soll zeigen, ob die aktuellen Maßnahmen ausreichen, um Beschäftigte im Verkehrssektor ausreichend zu schützen.






