Bremer Familienbetriebe lehnen neue Ausbildungsabgabe der Bundesregierung ab
Jonas SchmidtBremer Familienbetriebe lehnen neue Ausbildungsabgabe der Bundesregierung ab
Der Verband der Familienunternehmen in Bremen hat sich gegen die neue Ausbildungsabgabe der Bundesregierung ausgesprochen. Die von der grün geführten Regierung eingeführte Abgabe stößt auf Kritik, da sie die finanziellen Belastungen erhöht, ohne die tieferliegenden Probleme der beruflichen Ausbildung zu lösen.
Familienbetriebe in Bremen sehen sich bereits mit großen Herausforderungen bei der Einstellung von Auszubildenden konfrontiert. Im Jahr 2022 blieben in der Stadt 1.000 Ausbildungsplätze unbesetzt, während 600 Schüler die Schule ohne Abschluss verließen. Arbeitgeber berichten, dass sie zusätzliche Zeit und Ressourcen aufwenden müssen, um die fehlenden Grundkenntnisse der Schulabgänger auszugleichen.
Peter Bollhagen, Landesvorsitzender des Verbands, bezeichnete die Abgabe als Ablenkung von den eigentlichen Problemen. Er warnte, dass ohne geeignete Bewerber der Ruf Bremens als Wirtschaftsstandort leiden könnte. Zudem seien die Berufschancen junger Menschen gefährdet, wenn sich die Ausbildungsmöglichkeiten weiter verknappen. Bollhagen betonte, dass strukturelle Reformen und nicht zusätzliche finanzielle Belastungen nötig seien. Der Senatsvorschlag führe lediglich zu mehr Bürokratie für Unternehmen, die ohnehin schon Schwierigkeiten hätten, offene Stellen zu besetzen.
Die Ausbildungsabgabe steht in der scharfen Kritik von Wirtschaftsvertretern. Diese werfen der Regierung vor, die Ursachen des Fachkräftemangels in Bremen nicht anzugehen. Stattdessen fordern sie, die Verbesserung des Bildungssystems und der beruflichen Ausbildung in den Fokus zu rücken.
