07 January 2026, 16:50

Bauern blockieren 32 Autobahnabfahrten in MV gegen Mercosur-Abkommen

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße protestieren und Plakate halten, mit Gebäuden, Bäumen und Laternen im Hintergrund unter einem klaren Himmel.

Bauerndemonstrationen am Donnerstag - Autobahn-Anfahrten nutzbar - Bauern blockieren 32 Autobahnabfahrten in MV gegen Mercosur-Abkommen

Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern bereiten sich auf Proteste gegen das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen vor, die an diesem Donnerstag stattfinden sollen. Die von Land schafft Verbindung organisierten Kundgebungen zielen auf 32 Autobahnabfahrten in der gesamten Region ab. Zwar beteiligt sich der lokale Bauernverband nicht aktiv an den Aktionen, unterstützt aber das Recht auf friedlichen Protest.

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Die Demonstrationen finden von 7:00 bis 17:00 Uhr an zentralen Knotenpunkten der Autobahnen A11, A14, A19, A20 und A24 statt, darunter Schwerin Nord, Ludwigslust, Parchim und Pasewalk Nord. An jedem Standort könnten bis zu 20 landwirtschaftliche Fahrzeuge zusammenkommen, die Organisatoren rechnen jedoch im Schnitt mit etwa sechs Fahrzeugen pro Abfahrt.

Sämtliche betroffenen Anschlussstellen bleiben für den Verkehr geöffnet, Autofahrer müssen aber mit Verzögerungen rechnen. Die Demonstranten sind verpflichtet, eine drei Meter breite Spur für den Durchgangsverkehr freizuhalten. Der regionale Bauernverband nimmt zwar nicht an den Protesten teil, zeigt aber Verständnis für die dahinterstehenden Bedenken. Agrarminister Till Backhaus traf sich mit Olaf Schumann, dem Vorsitzenden von Land schafft Verbindung, um eine gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen. Damit unterstreicht Backhaus sein Engagement, die Sorgen der Landwirte ernst zu nehmen. Er setzt sich für strengere Kennzeichnungspflichten bei Importen und einen besseren Schutz der heimischen Produktionsstandards ein.

Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, forderte ein ausgewogenes Handelsabkommen. Er betonte, dass ein solches Abkommen hohe Standards für Agrarimporte wahren müsse, ohne eine Seite unangemessen zu benachteiligen. Viele Landwirte befürchten, dass der aktuelle EU-Mercosur-Vorschlag sie in einen Wettbewerbsnachteil drängen könnte.

Die Proteste spiegeln die anhaltenden Spannungen um das EU-Mercosur-Abkommen wider. Die Behörden haben sichergestellt, dass die Autobahnen befahrbar bleiben, auch wenn es in der Nähe der Demonstrationsorte zu Verkehrsbehinderungen kommen dürfte. Die Landwirte fordern weiterhin Änderungen, die ihre Existenzgrundlage schützen und gleichzeitig faire Handelsbedingungen gewährleisten.