Bremen kämpft mit Pilotprojekt gegen extreme Lehrer-Arbeitszeiten an Schulen

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Ein Junge sitzt an einem Tisch und schreibt in ein Buch, während eine Frau in einem Klassenzimmer mit mehreren Tischen, einem Plakat und einer Kiste auf einem Tisch die Tafel mit einem Putzlappen wischt.

Bremen kämpft mit Pilotprojekt gegen extreme Lehrer-Arbeitszeiten an Schulen

Bremen startet Modellprojekt gegen überlange Arbeitszeiten von Lehrkräften

Im Schuljahr 2026/27 will Bremen ein Pilotprojekt starten, um die übermäßigen Arbeitszeiten von Lehrkräften in den Griff zu bekommen. An zehn freiwilligen Schulen sollen die Arbeitsstunden der Pädagoginnen und Pädagogen per App erfasst werden, um aufzuzeigen, wie sich die Arbeitsbelastung rechtlich konform verringern lässt. Expertinnen und Experten warnen bereits seit Langem, dass viele Lehrkräfte ihre vertraglich vereinbarten Stunden deutlich überschreiten – oftmals unter Verletzung des Arbeitszeitgesetzes.

Am Projekt beteiligen sich Schulen wie das Gymnasium Vegesack, die Integrierte Gesamtschule Blumenthal und die Grundschule Hemelingen. Die Lehrkräfte werden ein ganzes Jahr lang ihre Arbeitszeiten dokumentieren. Begleitet wird die Studie von der Bildungsforscherin Prof. Dr. Petra Stanat, Direktorin des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe, und der Arbeitszeit-Expertin Dr. Maria Hofmann. Ziel ist es, typische Belastungsmuster zu identifizieren und eine Debatte über Überstundenvergütung oder eine Neuverteilung von Aufgaben anzustoßen.

Dass das Problem gravierend ist, zeigen bereits bestehende Untersuchungen. In Hamburg arbeiteten Vollzeit-Lehrkräfte im Schnitt fast 42 Stunden pro Woche, wobei ein Viertel während der Unterrichtszeiten regelmäßig die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten überschritt. Noch dramatischer sind die Zahlen aus Berlin: Rund 30 Prozent der Vollzeit-Lehrkräfte liegen über der 48-Stunden-Grenze und leisten jährlich über zwei Millionen unbezahlte Überstunden – das entspricht mehr als 1.300 zusätzlichen Vollzeitstellen. Der Sozialwissenschaftler Dr. Frank Mussmann von der Universität Göttingen, der seit über einem Jahrzehnt die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften untersucht, bestätigt den Trend zu immer mehr unbezahltem Mehrarbeitseinsatz. Seiner Ansicht nach könnte eine systematische Zeiterfassung den Beruf attraktiver machen. Denn der reine Unterricht macht mittlerweile nur noch etwa ein Drittel der Arbeitszeit aus – den Rest nehmen administrative Tätigkeiten und Vorbereitungen in Anspruch.

Das Pilotprojekt soll nun belastbare Daten liefern, wie sich die Arbeitszeiten von Lehrkräften innerhalb der gesetzlichen Vorgaben gestalten lassen. Bei Erfolg könnte es zu politischen Weichenstellungen kommen, etwa bei der Vergütung von Überstunden oder der Umverteilung von Aufgaben. Die Ergebnisse könnten auch Einfluss darauf haben, wie Schulen künftig Arbeitsabläufe organisieren, um übermäßige Belastungen zu vermeiden.

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